Am Morgen nach Harrys lebhaften Beschreibungen und den Billigmojitos in der Rockbar stehen wir beim Motorradverleih und sehen uns Mopeds an.
Der Mae Hong Son Loop ist eine ca. 800km lange Strecke in Nordthailand mit exakt 1.864 Kurven und wunderschöner Landschaft.
Der Vermieter möchte uns für unser Abenteuer einen Roller schmackhaft machen. Den Stauraum preist er an, 150 Kubik Hubraum und einen moderaten Spritverbrauch. Eine vernünftige Wahl, so ein Roller.
Aber der Sand wird ganz zappelig bei den Ausführungen. Mehrmals läuft er skeptisch um das massige und etwas unförmige Zweirad herum. Sagen wir es, wie es ist. Dieser Roller sieht absolut unsexy aus. Und unsexy, so hat er sich das nicht vorgestellt.
Aber im Grunde ist er ja ein Vernünftiger, deswegen sucht er nach irgendeinem logischen Grund, warum dieser Eimer auf Rädern nicht das richtige Fortbewegungsmittel für uns ist.
Er weiß nicht, wie so ein Roller in der Kurve liegt, äußert er schließlich seine Bedenken. Er ist sowas noch nie gefahren. Mit so kleinen Rädchen. Wer weiß wie da der Grip ist. Aber am meisten Sorgen macht ihm der Motor. Ob der's den Berg hochschafft? Die Crossmaschine hat immerhin 250... Kubik...dingers Hubraum, also 100 mehr, und das macht schon was aus... (Er sagt natürlich nicht Kubikdingers, schließlich hat er Ahnung. Aber ich nicht, und ich hab mirs nicht gemerkt). Ja und damit fährt man dann letztendlich auch sicherer, weil man wird dann nicht überholt und so...
Eine halbe Stunde später laufen wir wieder aus dem Laden, in der Hand einen unterschrieben Mietvertrag für ein gänzlich unvernünftiges aber sehr sehr geiles Cross-Motorrad. So riecht Freiheit! Nach Stollenreifen und einer krassen Federgabel. Und nach viel Hubraum, selbstverständlich. Hubraum ist voll wichtig.
Und auf einmal hat jemand ganz leuchtende große Augen. Die Tour wird bestimmt super, meint er.
Der restliche Tag ist dann der Organisation gewidmet. Wir packen um (alles nötige in den kleinen Rucksack), buchen schonmal einen Flug nach Bangkok, kaufen spontan (naja, weitestgehend spontan) eine SJCAM 4000 (GoPro für Arme) und selbstverständlich lassen wir uns mit einem von Ben's Cocktails in der Hand eine Fußmassage geben.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns ein letztes Mal von unserem Klodelphin (der eigentlich ein Gekko ist) und besorgen uns Knie- und Ellenbogenschoner sowie Rückenprotektoren. Vielleicht übertrieben, aber wär komisch, mit weniger Schutz aufs Motorrad zu steigen als auf ein Fahrrad, denken wir uns.
Ein kleines Vermögen später sehen wir aus wie die Ninja Turtles. Wir fahren los.
Unser erster Stop wird Pai.
Auf dem Weg dorthin werden wir Zeugen eines kleinen Auffahrunfalls, aber eigentlich wundert der nicht. Die Thais fahren wie die Henker. Es kann theoretisch zu jeder Zeit vorkommen, dass einem in einer Kurve Gegenverkehr auf der eigenen Fahrbahn entgegen kommt. Sei es weil jeder überholt, wenn er denkt es sei angebracht, oder einfach nur weil die Straße so herrlich breit ist. Hat man sich darauf mal eingestellt ist es wunderschön.
Als wir gegen Nachmittag mit einer Packung zerknuddelter Erdbeeren (unterwegs gekauft, nicht zu Ende konsumiert und zu Matsch zerdrückt) in Pai ankommen, beschließen wir, ein Hotel zu buchen das etwas abseits vom Ort liegt. Immerhin sind wir ja mobil!
Die Wahl fällt auf das Pura Vida Resort. Dort angekommen, sind wir überwältigt. Die Anlage sieht aus, wie ein japanischer Garten, mit Teichen, Brückchen drüber und viel grün. Unser Bungalow ist toll, und das reizende Besitzerehepaar erklärt uns von der Dusche bis zu dem wichtigsten Sehenswürdigkeiten alles was wir wissen müssen.
So starten wir dann auch rechtzeitig zum Sonnenuntergang in Richtung Pai Canyon. Interessante Steinformationen und viele Bäume lassen uns Fotos machen bis lange, nachdem die Sonne hinterm Horizont verschwunden ist.
Als wir in Richtung Motorrad zurücklaufen ist es bereits zappenduster. Jetzt was essen. Der Zündschlüssel dreht sich im Schloß. Das Motorrad springt an. Das Licht nicht. Mist. Der Sand flucht! Hat er extra noch überprüft, meint er.
Oh nein, oh nein, was machen wir jetzt?! Was würde Marina jetzt tun? Marina würde auf die Straße laufen, wild winken und darauf hoffen, dass jemand anders sich ihres Problemes annimmt und es löst.
Während ich noch überlege, ob ich besser mit einem, oder verzweifelt mit beiden Armen winken würde, rüttelt der Sand schon an der Motorradverkleidung für das Frontlicht. Braucht nen Schraubenzieher. Haben wir eh nicht. Und auch kein Schweizer Taschenmesser. Vielleicht winke ich mit 2 Armen, überleg ich mir.
Aber der Sand läuft einmal um das Moped rum und haut links unterm Sitz einmal mit der Hand dagegen. Und ich schwör das ist wahr: Es macht plopp, ein mysteriöses Geheimfach springt auf und ein Werkzeugkitt purzelt raus! Ja, wirklich! Motorräder haben Geheimfächer mit Werkzeug drin! Ich bin total überwältigt.
Wir schrauben die Verkleidung vom Licht ab. Also Sand macht das selbstverständlich, ich halte das Licht. Währenddessen läuft das Motorrad, denn wir müssen ja wissen, ob die Operation den gewünschten Effekt hat. Da sind ziemlich viele Kabel, und ein paar Stecker. Er zieht einen. Das Moped geht aus. Falscher Stecker, meint er.
Gut. Stecker wieder einstöpseln. Motorrad wieder starten. Wir haben es jetzt schon ein paar mal neu angelassen. Seine Miene verdunkelt sich abermals. "Die blöde Reisschüssel hat ja nichtmal nen Kickstarter! Da weiß man, was man an die Österreicher hat." An den Österreichern?! Wie kommt er denn jetzt auf die Österreicher? Und wofür genau sind die gut, außer Flüchtlinge von der ungarischen bis an die deutsche Grenze zu fahren? Aber gut, wir haben wichtigere Probleme und ich bekomme eine neue Aufgabe. Ich muss Gas geben. Damit die Lichtmaschine die Batterie schneller auflädt. Hier lernt man noch was.
Er rüttelt noch an ein paar weiteren Kabeln. Der ist so mutig, denk ich. Ob das denn nicht gefährlich ist, frage ich ihn über den Lichtstrahl hinweg. Nö, hat nur 12 Volt Steuerspannung, murmelt er. Ist alles harmlos, da vorne.
Moment, ist das derselbe Mann, dem ich vor einer Woche noch den Unterschied zwischen Spannung und Stromstärke mit den weisen Worten von Herr Spieß erklärt hab? (Spannung ist der Druck auf der Blase, die Stromstärke ist die Dicke des Pinkelstrahls - das war in der 8. Klasse Physik, aber den Vergleich vergisst man so schnell nicht.)
Und ich bin mir sicher, dass der Sand bei Quizduell IMMER noch Volt drückt, wenn er Ampere drücken müsste. Aber wen verdammt nochmal juckt das, weil er gerade einen Wackler gefunden hat und das Licht wieder funktioniert! Das Moped ist repariert! Real Life Mc Gyver! Kontaktspray bräuchten wir noch, sagt er, ob wir sowas zufällig...? Hallo? Ich musste meine lebenswichtigen Klangschalen zurücklassen, aber ja sicher, für Notfälle hab ich immer mein WD-40 in der Handtasche...
Geht aber auch ohne.
Wir fahren nach Pai City und drücken uns ein Steak mit Pasta rein. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.
Donnerstag, 31. März 2016
Donnerstag, 24. März 2016
Downhill Revival
Irgendwann an Tag 5 oder so kam mir die Idee, wir könnten ja mountainbiken. Ganz stilecht Downhill, so wie wir uns kennengelernt haben.
Ein bisschen Überredungskünste hat es schon gebraucht, denn ganz billig war es nicht, und am Ende steht man eventuell doch an nem Provinzhügel mit Klapprad... Aber wie findet man heraus, auf was man sich einlässt? Schon allein die Frage des Veranstalters, ob man das schonmal gemacht hat, ist irgendwie tückisch.
Sagt man nein, steht man am Idiotenhügel, oder sie lassen einen um den See rum fahren.
Sagt man ja, erwarten sie am Ende zu viel, und dann verwechselt man noch 1-2 Buchstaben weiter hinten im Alphabet, und ruck zuck gehts senkrecht den Berg runter.
Dazu kommt, dass der Sand beim Fahrradfahren ein bisschen begabter ist als ich, aber gut... Ich hab mir vor ein paar Jahren mal den großen Zeh gebrochen, und seither ist meine Aerodynamik am Bike einfach nicht mehr die gleiche... ;-)
Letztendlich lassen wir uns von den durchweg guten Bewertungen auf Tripadvisor (und der einen schlechten Bewertung von dem Typen, der sagt sein Sattel war zu niedrig) überzeugen, und buchen eine Tour bei "X-Biking Chiang Mai" für den nächsten Tag.
Als wir ankommen, begrüßt uns ein Guide und wir werden erstmal in eine ordentliche Schicht Protektoren und einen Integralhelm eingepackt. Auf dem Anhänger sind schon die Räder festgeschnallt. Mein erster Downhiller erwartet mich.
Und unser Guide - Harry aus Österreich(!) - spricht unsere Sprache und kennt jeden Stein in Saalbach. Was mich irgendwie beruhigt.
Also wirkliches echtes richtiges Downhill steht an. Ist vergleichbar mit daheim, meinte er. Was mich irgendwie beunruhigt. Hoffentlich hoffentlich komme ich irgendwie diesen Berg runter, denk ich.
Mal wieder haben wir Glück und erwischen eine kleine Gruppe. 2 Dänen kommen noch mit, meint Harry. Die Frage, obs in Dänemark überhaupt Berge gibt, schießt mir in den Kopf, aber ich verkneif sie mir.
Lange lange zuckeln wir mit unserem Jeep den Berg hoch. Oben ziehe ich mir bedächtig alles an, was uns an die Hand gegeben wurde. Handschuhe, Knieschoner, Ellenbogenschützer, Integralhelm. Mir ist ein bisschen mulmig. Dann geht's los.
Bamboo Trail heißt unsere erste Strecke. Team Dänemark fährt vor, dann Sand, dann ich. Ziemlich aufregend das alles. Wurzelig, steinig, aber auch nicht zu anspruchsvoll. Eigentlich genau die richtige Strecke für mich. Eigentlich. Aber halt auch immer noch steil, mir schießt das Adrenalin in die Adern, ich zittre überall. Nach ca. 10 Sekunden Fahrt sehe ich von meinem Freund nichts weiter als eine kleine Staubwolke. Dem taugts, denk ich. Blöd nur, dass ich das letzte halbe Jahr keinen Sport gemacht, und die letzten 3 Monate zudem mit Fressen und Saufen zugebracht hab. Nicht zu vergessen - mein böser Fußzeh. Und so zuckle ich meine Kurven ziemlich langsam den Berg runter.
Diese Hitze! Das strengt an! Zu den schlottrigen Knien kommen ziemlich schnell müde Finger dazu, und beim ersten Sammelpunkt wird beschlossen, dass der Sand mit Team Dänemark und den thailändischen Guide mitfahren darf. Harry bleibt bei mir. Jetzt hab ich meinen eigenen Privatguide.
Die Strecke ist technisch wahrscheinlich nicht viel herausfordernder als andere Sachen die ich schon gefahren bin, allein ich bin so kaputt! Während der ganzen Abfahrt hört mein Zittern nicht auf, und am liebsten würd ich mich hinsetzen, was ich auch bei jeder halbwegs flachen Passage tue.
Aber Harry ist super. Macht viele Pausen mit mir, bietet mir an strategisch wichtigen Punkten Wasser an und verwickelt mich in taktischen Smalltalk damit ich Kraft tanken kann.
Als wir unten sind, beschließe ich, die 2. Abfahrt auszusetzen. Ich bin fix und alle.
Aber Freund ist glücklich, und das ist ja die Hauptsache. Zusammen mit Rene von Team Dänemark und Harry schlürfe ich einen Milchkaffee, und lasse die Männer sich über technischen Schnickschnack, Federgabeln, Leogang und Motocross unterhalten. Der Bongo Bongo ist voll krass, meint Rene irgendwann. Hab ich auch schonmal geschoben, denk ich.
Zum Mittagessen kommt mir ein nun endgültig lächelnder Sand entgegengerollt. Die 2. Abfahrt war technisch ein bisschen anspruchsvoller, aber er ist dem Guide gut hinterhergekommen. Er klingt ein bisschen stolz, als er das sagt.
Nach einer Portion Fried Chicken mit Reis sitzen wir wieder im Jeep bergaufwärts. Ich hab wieder ein bisschen Angst vor der Abfahrt. Kaum sind wir oben auf dem Berg muss ich aufs Klo, aber Mädchenallüren kann ich jetzt nicht brauchen, was sollen da die Männer denken, also steig ich wieder aufs Bike und die 2. Abfahrt ist tatsächlich nicht ganz so anstrengend. Landschaftlich wars auch sehr schön, mit Lycheebäumen und Erdbeerfeldern - hab ich mir sagen lassen. Am Abend trifft sich die komplette Truppe zu Cordon Bleu im "German Beergarden" und ich erfahre endlich, wie man eine Massage happy macht. Dann gibt uns Harry den entscheidenden Tip, der unseren Urlaub endgültig sagenhaft macht. Ob wir kein Motorrad mieten wollen, frägt er uns. Dan Mae Hong Son Loop fahren. Der wär echt schön.
Ein bisschen Überredungskünste hat es schon gebraucht, denn ganz billig war es nicht, und am Ende steht man eventuell doch an nem Provinzhügel mit Klapprad... Aber wie findet man heraus, auf was man sich einlässt? Schon allein die Frage des Veranstalters, ob man das schonmal gemacht hat, ist irgendwie tückisch.
Sagt man nein, steht man am Idiotenhügel, oder sie lassen einen um den See rum fahren.
Sagt man ja, erwarten sie am Ende zu viel, und dann verwechselt man noch 1-2 Buchstaben weiter hinten im Alphabet, und ruck zuck gehts senkrecht den Berg runter.
Dazu kommt, dass der Sand beim Fahrradfahren ein bisschen begabter ist als ich, aber gut... Ich hab mir vor ein paar Jahren mal den großen Zeh gebrochen, und seither ist meine Aerodynamik am Bike einfach nicht mehr die gleiche... ;-)
Letztendlich lassen wir uns von den durchweg guten Bewertungen auf Tripadvisor (und der einen schlechten Bewertung von dem Typen, der sagt sein Sattel war zu niedrig) überzeugen, und buchen eine Tour bei "X-Biking Chiang Mai" für den nächsten Tag.
Als wir ankommen, begrüßt uns ein Guide und wir werden erstmal in eine ordentliche Schicht Protektoren und einen Integralhelm eingepackt. Auf dem Anhänger sind schon die Räder festgeschnallt. Mein erster Downhiller erwartet mich.
Und unser Guide - Harry aus Österreich(!) - spricht unsere Sprache und kennt jeden Stein in Saalbach. Was mich irgendwie beruhigt.
Also wirkliches echtes richtiges Downhill steht an. Ist vergleichbar mit daheim, meinte er. Was mich irgendwie beunruhigt. Hoffentlich hoffentlich komme ich irgendwie diesen Berg runter, denk ich.
Mal wieder haben wir Glück und erwischen eine kleine Gruppe. 2 Dänen kommen noch mit, meint Harry. Die Frage, obs in Dänemark überhaupt Berge gibt, schießt mir in den Kopf, aber ich verkneif sie mir.
Lange lange zuckeln wir mit unserem Jeep den Berg hoch. Oben ziehe ich mir bedächtig alles an, was uns an die Hand gegeben wurde. Handschuhe, Knieschoner, Ellenbogenschützer, Integralhelm. Mir ist ein bisschen mulmig. Dann geht's los.
Bamboo Trail heißt unsere erste Strecke. Team Dänemark fährt vor, dann Sand, dann ich. Ziemlich aufregend das alles. Wurzelig, steinig, aber auch nicht zu anspruchsvoll. Eigentlich genau die richtige Strecke für mich. Eigentlich. Aber halt auch immer noch steil, mir schießt das Adrenalin in die Adern, ich zittre überall. Nach ca. 10 Sekunden Fahrt sehe ich von meinem Freund nichts weiter als eine kleine Staubwolke. Dem taugts, denk ich. Blöd nur, dass ich das letzte halbe Jahr keinen Sport gemacht, und die letzten 3 Monate zudem mit Fressen und Saufen zugebracht hab. Nicht zu vergessen - mein böser Fußzeh. Und so zuckle ich meine Kurven ziemlich langsam den Berg runter.
Diese Hitze! Das strengt an! Zu den schlottrigen Knien kommen ziemlich schnell müde Finger dazu, und beim ersten Sammelpunkt wird beschlossen, dass der Sand mit Team Dänemark und den thailändischen Guide mitfahren darf. Harry bleibt bei mir. Jetzt hab ich meinen eigenen Privatguide.
Die Strecke ist technisch wahrscheinlich nicht viel herausfordernder als andere Sachen die ich schon gefahren bin, allein ich bin so kaputt! Während der ganzen Abfahrt hört mein Zittern nicht auf, und am liebsten würd ich mich hinsetzen, was ich auch bei jeder halbwegs flachen Passage tue.
Aber Harry ist super. Macht viele Pausen mit mir, bietet mir an strategisch wichtigen Punkten Wasser an und verwickelt mich in taktischen Smalltalk damit ich Kraft tanken kann.
Als wir unten sind, beschließe ich, die 2. Abfahrt auszusetzen. Ich bin fix und alle.
Aber Freund ist glücklich, und das ist ja die Hauptsache. Zusammen mit Rene von Team Dänemark und Harry schlürfe ich einen Milchkaffee, und lasse die Männer sich über technischen Schnickschnack, Federgabeln, Leogang und Motocross unterhalten. Der Bongo Bongo ist voll krass, meint Rene irgendwann. Hab ich auch schonmal geschoben, denk ich.
Zum Mittagessen kommt mir ein nun endgültig lächelnder Sand entgegengerollt. Die 2. Abfahrt war technisch ein bisschen anspruchsvoller, aber er ist dem Guide gut hinterhergekommen. Er klingt ein bisschen stolz, als er das sagt.
Nach einer Portion Fried Chicken mit Reis sitzen wir wieder im Jeep bergaufwärts. Ich hab wieder ein bisschen Angst vor der Abfahrt. Kaum sind wir oben auf dem Berg muss ich aufs Klo, aber Mädchenallüren kann ich jetzt nicht brauchen, was sollen da die Männer denken, also steig ich wieder aufs Bike und die 2. Abfahrt ist tatsächlich nicht ganz so anstrengend. Landschaftlich wars auch sehr schön, mit Lycheebäumen und Erdbeerfeldern - hab ich mir sagen lassen. Am Abend trifft sich die komplette Truppe zu Cordon Bleu im "German Beergarden" und ich erfahre endlich, wie man eine Massage happy macht. Dann gibt uns Harry den entscheidenden Tip, der unseren Urlaub endgültig sagenhaft macht. Ob wir kein Motorrad mieten wollen, frägt er uns. Dan Mae Hong Son Loop fahren. Der wär echt schön.
Back to Business
Ja ich weiß ich hab lang nichts von mir hören lassen... Ich hatte Besuch. Es gab einfach irgendwie wichtigeres, als stundenlang Erlebnisberichte zu verfassen. Aber jetzt bin ich wieder einsam und alleine und habe genug Muse, über die vergangenen Wochen zu resümieren.
Nach dem Inle Lake war für Myanmar ursprünglich noch ein Besuch in Hpa An angestanden, einer Stadt, die alle meine französischen Mitreisenden immer als wunderschön und "pittoresque" beschrieben haben. Nachdem ich dann aber eine Weile flach lag und mir gegen Ende auch ein bisschen die Lust auf lange Busfahrten vergangen ist (man wird faul, sehr faul), habe ich diesen Stop kurzerhand ausgelassen, und bin direkt zurück nach hustely bustely Yangon gefahren. Habe mich ein letztes Mal in den waghalsigen Verkehr gestürzt (für Fußgänger wird absolut nicht gebremst, und auf dem Beifahrersitz eines Taxis geht man nicht selten im stillen sein Testament durch) und mich an den See gesetzt, wo ich mich auch durch die letzten Seiten von George Orwell gequält habe, um danach wieder in den Flieger nach Bangkok zu steigen.
Das war am 26. Februar.
Einen Tag später kam dann der Mann, der viele Namen hat (Ellocco, Butzele, Mc Gyver....) -der Einfachheit halber nennen wir ihn hier einfach Sand. Am 27.2. hab ich also in meinem schönsten Kleidchen und bemalt mit einem meiner mittlerweile 5 Lippenstifte am Flughafen gestanden, und den Sand in Empfang genommen. Was dann folgte, waren dreieinhalb Wochen quer durch Ost- und Nordthailand, die ursprünglich mal als "Thailand und Laos" oder "Thailand und Angkor Wat" geplant waren. Aber Pläne sind da, um geändert zu werden, und schöne Flecken gibt's hier überall, auch ohne sich vorher für zig Bananenstaaten ein Visum ausstellen zu lassen.
1. Stop - Bangkok. Wie so oft. BTS fahren, Boot fahren, Khao San ankucken, durchfressen, Massage geben lassen, im Pool schwimmen, Frühstücksbuffet im 4. Sterne Hotel leer fressen, Hello Kitty Zuckerwatte bewundern und Bubble Tea trinken, Vroni und Stefan treffen, Königspalast, liegender Buddha, noch ne Massage (feat. Finger des Todes), All You Can Eat Buffet im Central World Fooodcourt, schlafen, packen.
2. Stop - Ayutthaya. Jetzt geht's also los, dachte ich. Wir zwei allein. Im Urlaub. Mal sehen. Aber ich hab ein wirklich unkompliziertes Exemplar Freund erwischt. Meckert nicht, murrt nicht, isst alles, was man ihm vorsetzt. Wobei sich relativ früh eine klare Präferenz für Pad Thai herausstellt.
Ich glaube, der Sand hat von Zentral- bis Nordthailand jedes auffindbare Pad Thai konsumiert. Präferenz 2: Mango mit Sticky Rice, und ansonsten alles wo kein Fisch oder Koriander drin ist.
Mit Rädern ausgestattet, machen wir die Ruinen unsicher, finden nach dem Umrunden vieler Bäume irgendwann den eingewachsenen Buddhakopf, radeln ans eine Ende der Stadt um auch die entlegenen Tempel und die Elefanten anzuschauen, und wieder ans andere Ende um "den 10er" Tempel ausfindig zu machen. Zum Sonnenuntergang buchen wir die Sunset Bootstour, die uns zu den 3 wichtigsten Tempeln bringt, und auch der Schnitt von einer Massage täglich wird locker gehalten. Am nächsten Morgen wollen wir wieder abreisen, aber irgendwie haben wirs nicht so mit dem früh aufstehen, und als wir um 10 an der Rezeption stehen und fragen, ob es irgendwas in Richtung Kambodscha gibt, ist der einzige vernünftige Bus bereits abgefahren und noch ne Nacht wollen wir nicht bleiben. Also wie wärs mit.... Dem Khao Yai Nationalpark? Der liegt zumindest auf dem Weg.
3. Stop - Khao Yai. Eine Stunde später sitzen wir im Zug nach Pak Chong. Wir kommen dort rechtzeitig genug an, um uns für die 1,5 Tages Tour anzumelden, die eine halbe Stunde nach dem Einchecken in unser Hotel beginnt. Wir sind eine schnuckelige 4er Gruppe und gehen zunächst in einer Quelle baden, um danach einen stinkenden Batcave zu besuchen und in der Dämmerung Tausenden von Fledermäusen beim ausschwärmen zuzusehen, wie sie sich in einem nicht abreißenden Strom durch die Luft schlängeln.
Tags drauf geht's in den Park. Schon im Auto sehen wir Gibbons und Nashornvögel. Als wir später zu Fuß unterwegs sind anstatt den angekündigten Krokodilen und Elefanten allerdings nur noch Eidechsen und Spinnen. Aber was für Spinnen! Eine waschechte Tarantel mit fleischigen, haarigen Beinchen, und einem prallen schwarzen Spinnenkörper krabbelt da aus ihrer Höhle. Vor sich rollt sie ein kleines eingesponnenes eiförmiges...Opfer. Und der Sand hat todesmutig gleich Makroaufnahmen von dem Viech gemacht und es unter Einsatz seines Lebens angeblitzt, damit das Bild scharf wird. Weiterhin haben wir ein paar tosende und imposante Wasserfälle gesehen, nur nicht ganz so tosend und imposant, weil, ist ja Trockenzeit. Wieder im Hotel ist auch der hiesige Besitzer nicht so ganz glücklich mit unserem Wunsch, dass wir nach Kambodscha wollen. Da ist gefährlich, meint er, und wir sollten besser die Nacht an der Grenze verbringen, weil sicherer. Darauf haben wir keine Lust, und so wird Siem Reap spontan auf Eis gelegt und wir beschließen, stattdessen in Thailand zu bleiben. Unser netter Hotelier fährt uns daraufhin zum Bus und hilft uns sogar beim Buchen des Tickets. Vielleicht hat er auch Angst, wir könnten es uns doch anders überlegen.... 4. Stop - Sukhothai. Drückende Hitze, mehr Ruinen, abermals auf Fahrrädern. Einen Papayasalat, von dem wir erst denken wir überleben ihn nicht, weil die Dame am Straßenstand bevor wir protestieren können eine roh und schleimig aussehende Krabbe mit reinmörsert, und Abendessen im Poh Poh Restaurant, das besser schmeckt, als der Name vermuten lässt. 5. Stop - Chiang Mai. Tja. Da sind wir wohl irgendwie versumpft. Ich hab keine Ahnung mehr, wie lange wir genau ich Chiang Mai verbracht haben, aber allein die Tatsache, dass wir dort 5 verschiedene Hotels hatten, spricht Bände. Am Anfang, wie so oft, kommt man an, Bucht ne Massage, kuckt sich nen Tempel an, isst was, lässt dabei die Beine baumeln. Dann haben wir einen 2 Tages Trek gebucht, der irgendwie keiner war. Bei sengender Hitze irgendnen Hügel hochgestampft, wieder runtergestampft, bei nem Elefantencamp angekommen. Den größten und dicksten Elefanten zum Reiten erwischt. Alle überholt hat der. Um sich als erster den juckigen Bobbes am Baumstamm zu schrabbeln. Ich weiß, eigentlich soll man auf Elefanten nicht reiten, aber ich finds trotzdem irgendwie schön, im Genick von so einem mächtigen Tier zu sitzen, dessen Ohren einem links und rechts an die Beine flappen, und dabei die borstigen Haare und die rauhe graue Haut zu streicheln. Anschließend hätten wir unseren Dickhäuter auch waschen können, aber dann haben wir in letzter Sekunde gesehen wie einer dieser unzivilisierten Elefanten doch original in sein Badewasser gekackt hat, und uns in Anbetracht der Tatsache, dass wir keine Wechselklamotten eingepackt hatten, dagegen entschieden. Man muss sich ja nicht jeden Scheiß antun. Stattdessen sind wir auf einen Abendspaziergang und haben uns dort sofort mit einem kleinen schwarzen Hund angefreundet, den wir Gonzo genannt haben und der uns auf Schritt und Tritt überall hin gefolgt ist. An Tag 2 hatten wir einhellig die Nase voll vom Wandern, unser nunmehr 10-minütiger Spaziergang führte uns dann auch nur zum "kleinen Wasserfall mit Bademöglichkeit" aka Rinnsal mit Planschgrube. Beim darauf folgenden Wildwasserrafting sind wir ebenfalls an so ziemlich jedem Stein vorbeigeschrubbt wobei das noch Spaß gemacht hat. Absolut schenken können hätten wir uns das anschließende Bamboo Rafting, wo wir mit ein paar fetten Touristen auf ein völlig überfülltes Bambusfloß gesetzt wurden, das mehr im als über Wasser in einer Brühe vor sich hingedümpelt ist. Sagenhafte 5 Minuten lang... Ne. Not amused.... Wir also wieder nach Chiang Mai, nächstes Hotel, dann Upgrade auf was nettes mit Pool, Samstagsmarkt, Sonntagsmarkt, die Suche nach dem perfekten Katzen-T-Shirt, downgrade auf ein etwas billigeres Hotel, immer noch mit Pool. Dann Kochkurs! - Der Sand, mittlerweile süchtig nach Pad Thai, lernt, wie er "im Leben nach dem Urlaub" komplett autark ein leckeres Thaigericht zubereiten kann. Er mörsert die weltbeste und sämigste Currypaste, die die (sichtlich beeindruckte) Kochlehrerin je gesehen hat und auf der Suche nach einem authentischen "thai-spicy" haut er sich 2 volle Teelöffel Chilipulver in seine Nudeln. Das feuerrote Ergebnis, (aka Pad Thai des Todes) schmeckt echt gut. Kochen kann er also auch! Unsere Abende enden meist mit einer Fußmassage am Straßenstand, aber nicht bevor wir uns gegenüber bei Ben's Cocktailbar ein Kaltgetränk Mixen lassen. So lässt sichs aushalten.
Nach dem Inle Lake war für Myanmar ursprünglich noch ein Besuch in Hpa An angestanden, einer Stadt, die alle meine französischen Mitreisenden immer als wunderschön und "pittoresque" beschrieben haben. Nachdem ich dann aber eine Weile flach lag und mir gegen Ende auch ein bisschen die Lust auf lange Busfahrten vergangen ist (man wird faul, sehr faul), habe ich diesen Stop kurzerhand ausgelassen, und bin direkt zurück nach hustely bustely Yangon gefahren. Habe mich ein letztes Mal in den waghalsigen Verkehr gestürzt (für Fußgänger wird absolut nicht gebremst, und auf dem Beifahrersitz eines Taxis geht man nicht selten im stillen sein Testament durch) und mich an den See gesetzt, wo ich mich auch durch die letzten Seiten von George Orwell gequält habe, um danach wieder in den Flieger nach Bangkok zu steigen.
Das war am 26. Februar.
Einen Tag später kam dann der Mann, der viele Namen hat (Ellocco, Butzele, Mc Gyver....) -der Einfachheit halber nennen wir ihn hier einfach Sand. Am 27.2. hab ich also in meinem schönsten Kleidchen und bemalt mit einem meiner mittlerweile 5 Lippenstifte am Flughafen gestanden, und den Sand in Empfang genommen. Was dann folgte, waren dreieinhalb Wochen quer durch Ost- und Nordthailand, die ursprünglich mal als "Thailand und Laos" oder "Thailand und Angkor Wat" geplant waren. Aber Pläne sind da, um geändert zu werden, und schöne Flecken gibt's hier überall, auch ohne sich vorher für zig Bananenstaaten ein Visum ausstellen zu lassen.
1. Stop - Bangkok. Wie so oft. BTS fahren, Boot fahren, Khao San ankucken, durchfressen, Massage geben lassen, im Pool schwimmen, Frühstücksbuffet im 4. Sterne Hotel leer fressen, Hello Kitty Zuckerwatte bewundern und Bubble Tea trinken, Vroni und Stefan treffen, Königspalast, liegender Buddha, noch ne Massage (feat. Finger des Todes), All You Can Eat Buffet im Central World Fooodcourt, schlafen, packen.
2. Stop - Ayutthaya. Jetzt geht's also los, dachte ich. Wir zwei allein. Im Urlaub. Mal sehen. Aber ich hab ein wirklich unkompliziertes Exemplar Freund erwischt. Meckert nicht, murrt nicht, isst alles, was man ihm vorsetzt. Wobei sich relativ früh eine klare Präferenz für Pad Thai herausstellt.
Ich glaube, der Sand hat von Zentral- bis Nordthailand jedes auffindbare Pad Thai konsumiert. Präferenz 2: Mango mit Sticky Rice, und ansonsten alles wo kein Fisch oder Koriander drin ist.
Mit Rädern ausgestattet, machen wir die Ruinen unsicher, finden nach dem Umrunden vieler Bäume irgendwann den eingewachsenen Buddhakopf, radeln ans eine Ende der Stadt um auch die entlegenen Tempel und die Elefanten anzuschauen, und wieder ans andere Ende um "den 10er" Tempel ausfindig zu machen. Zum Sonnenuntergang buchen wir die Sunset Bootstour, die uns zu den 3 wichtigsten Tempeln bringt, und auch der Schnitt von einer Massage täglich wird locker gehalten. Am nächsten Morgen wollen wir wieder abreisen, aber irgendwie haben wirs nicht so mit dem früh aufstehen, und als wir um 10 an der Rezeption stehen und fragen, ob es irgendwas in Richtung Kambodscha gibt, ist der einzige vernünftige Bus bereits abgefahren und noch ne Nacht wollen wir nicht bleiben. Also wie wärs mit.... Dem Khao Yai Nationalpark? Der liegt zumindest auf dem Weg.
3. Stop - Khao Yai. Eine Stunde später sitzen wir im Zug nach Pak Chong. Wir kommen dort rechtzeitig genug an, um uns für die 1,5 Tages Tour anzumelden, die eine halbe Stunde nach dem Einchecken in unser Hotel beginnt. Wir sind eine schnuckelige 4er Gruppe und gehen zunächst in einer Quelle baden, um danach einen stinkenden Batcave zu besuchen und in der Dämmerung Tausenden von Fledermäusen beim ausschwärmen zuzusehen, wie sie sich in einem nicht abreißenden Strom durch die Luft schlängeln.
Tags drauf geht's in den Park. Schon im Auto sehen wir Gibbons und Nashornvögel. Als wir später zu Fuß unterwegs sind anstatt den angekündigten Krokodilen und Elefanten allerdings nur noch Eidechsen und Spinnen. Aber was für Spinnen! Eine waschechte Tarantel mit fleischigen, haarigen Beinchen, und einem prallen schwarzen Spinnenkörper krabbelt da aus ihrer Höhle. Vor sich rollt sie ein kleines eingesponnenes eiförmiges...Opfer. Und der Sand hat todesmutig gleich Makroaufnahmen von dem Viech gemacht und es unter Einsatz seines Lebens angeblitzt, damit das Bild scharf wird. Weiterhin haben wir ein paar tosende und imposante Wasserfälle gesehen, nur nicht ganz so tosend und imposant, weil, ist ja Trockenzeit. Wieder im Hotel ist auch der hiesige Besitzer nicht so ganz glücklich mit unserem Wunsch, dass wir nach Kambodscha wollen. Da ist gefährlich, meint er, und wir sollten besser die Nacht an der Grenze verbringen, weil sicherer. Darauf haben wir keine Lust, und so wird Siem Reap spontan auf Eis gelegt und wir beschließen, stattdessen in Thailand zu bleiben. Unser netter Hotelier fährt uns daraufhin zum Bus und hilft uns sogar beim Buchen des Tickets. Vielleicht hat er auch Angst, wir könnten es uns doch anders überlegen.... 4. Stop - Sukhothai. Drückende Hitze, mehr Ruinen, abermals auf Fahrrädern. Einen Papayasalat, von dem wir erst denken wir überleben ihn nicht, weil die Dame am Straßenstand bevor wir protestieren können eine roh und schleimig aussehende Krabbe mit reinmörsert, und Abendessen im Poh Poh Restaurant, das besser schmeckt, als der Name vermuten lässt. 5. Stop - Chiang Mai. Tja. Da sind wir wohl irgendwie versumpft. Ich hab keine Ahnung mehr, wie lange wir genau ich Chiang Mai verbracht haben, aber allein die Tatsache, dass wir dort 5 verschiedene Hotels hatten, spricht Bände. Am Anfang, wie so oft, kommt man an, Bucht ne Massage, kuckt sich nen Tempel an, isst was, lässt dabei die Beine baumeln. Dann haben wir einen 2 Tages Trek gebucht, der irgendwie keiner war. Bei sengender Hitze irgendnen Hügel hochgestampft, wieder runtergestampft, bei nem Elefantencamp angekommen. Den größten und dicksten Elefanten zum Reiten erwischt. Alle überholt hat der. Um sich als erster den juckigen Bobbes am Baumstamm zu schrabbeln. Ich weiß, eigentlich soll man auf Elefanten nicht reiten, aber ich finds trotzdem irgendwie schön, im Genick von so einem mächtigen Tier zu sitzen, dessen Ohren einem links und rechts an die Beine flappen, und dabei die borstigen Haare und die rauhe graue Haut zu streicheln. Anschließend hätten wir unseren Dickhäuter auch waschen können, aber dann haben wir in letzter Sekunde gesehen wie einer dieser unzivilisierten Elefanten doch original in sein Badewasser gekackt hat, und uns in Anbetracht der Tatsache, dass wir keine Wechselklamotten eingepackt hatten, dagegen entschieden. Man muss sich ja nicht jeden Scheiß antun. Stattdessen sind wir auf einen Abendspaziergang und haben uns dort sofort mit einem kleinen schwarzen Hund angefreundet, den wir Gonzo genannt haben und der uns auf Schritt und Tritt überall hin gefolgt ist. An Tag 2 hatten wir einhellig die Nase voll vom Wandern, unser nunmehr 10-minütiger Spaziergang führte uns dann auch nur zum "kleinen Wasserfall mit Bademöglichkeit" aka Rinnsal mit Planschgrube. Beim darauf folgenden Wildwasserrafting sind wir ebenfalls an so ziemlich jedem Stein vorbeigeschrubbt wobei das noch Spaß gemacht hat. Absolut schenken können hätten wir uns das anschließende Bamboo Rafting, wo wir mit ein paar fetten Touristen auf ein völlig überfülltes Bambusfloß gesetzt wurden, das mehr im als über Wasser in einer Brühe vor sich hingedümpelt ist. Sagenhafte 5 Minuten lang... Ne. Not amused.... Wir also wieder nach Chiang Mai, nächstes Hotel, dann Upgrade auf was nettes mit Pool, Samstagsmarkt, Sonntagsmarkt, die Suche nach dem perfekten Katzen-T-Shirt, downgrade auf ein etwas billigeres Hotel, immer noch mit Pool. Dann Kochkurs! - Der Sand, mittlerweile süchtig nach Pad Thai, lernt, wie er "im Leben nach dem Urlaub" komplett autark ein leckeres Thaigericht zubereiten kann. Er mörsert die weltbeste und sämigste Currypaste, die die (sichtlich beeindruckte) Kochlehrerin je gesehen hat und auf der Suche nach einem authentischen "thai-spicy" haut er sich 2 volle Teelöffel Chilipulver in seine Nudeln. Das feuerrote Ergebnis, (aka Pad Thai des Todes) schmeckt echt gut. Kochen kann er also auch! Unsere Abende enden meist mit einer Fußmassage am Straßenstand, aber nicht bevor wir uns gegenüber bei Ben's Cocktailbar ein Kaltgetränk Mixen lassen. So lässt sichs aushalten.
Dienstag, 23. Februar 2016
Grounded
Seit 2 Tagen bin ich am Inle Lake. Ich hab mich zusammen mit Laia, der Spanierin in einem gerade neu eröffneten und deswegen ziemlich günstigen Hotel niedergelassen. Gestern haben wir die Sightseeing Bootstour über den See gemacht und dabei allerhand Souvenirs geshoppt. Ich hab meine Liebe für Klangschalen entdeckt und mir nach langem und hartem feilschen eine gekauft. Mit dem festen Ziel diese auch zum klingen zu bringen, was etwas schwieriger ist. Zumindest wenn man so ein Grobmotoriker ist wie ich.
Meiner Meinung nach ist der Inle Lake eine einzige große Touristenfalle. Wenn auch eine ganz schöne. Die Einheimischen haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, Bootstouren oder Nippes zu verkaufen. Aber sie tun das immer noch mit einem Lächeln und zu halbwegs fairen Preisen.
Teilweise wird man sogar von einem Händler darauf hingewiesen, dass der Schmuck, den er verkauft nicht echt ist. Allerdings nur dann, wenn er im Hinterzimmer mit echtem Silbergeschmeide aufwarten kann.
Aber als Nicht-Goldschmied ist man weiterhin auf den Nasenfaktor angewiesen. Den einzigen 925 Stempel, den ich entdeckt habe, war in einem Armreif, der unechter nicht hätte sein können. Der gute alte Feuerzeugtest ist hier ein schwarzer Stein, an dem man das Schmuckstück seiner Wahl rubbelt. Ist der Abrieb rot, hat man eine Kupferlegierung gekauft. Weiß bedeutet Silber.
In verschiedenen Hütten am Fluß werden diverse Kunsthandwerke demonstriert und die Waren daraufhin zu überteuerten Preisen an Touristen verhökert. Muss man alles mal gemacht haben.
Super schön war der Tempel mit den Katzen. Auch wenn diese nicht mehr wie früher Kunststückchen aufführen und Salti springen sondern faul am Boden rumliegen und sich von Touristen ablichten lassen.
Vor dem Tempel waren Laia und ich die Hauptattraktion für die Einheimischen, die Schlange standen, um ein Foto mit uns zu schießen. Lag vielleicht an unserem roten Lippenstift (und der für 6 Wochen immer noch recht blassen Bräune, die wir uns zugelegt haben). Dabei fühl ich mich knackigst braun mittlerweile. Für meine Verhältnisse...
Den gestrigen Abend haben wir mit reichlich Alkohol und frittiertem Eis ausklingen lassen. Und ich finde es immer noch erstaunlich, wie gut wir uns doch verstehen, und das obwohl wir nur auf spanisch kommunizieren können. Wohlgemerkt... Ich kann eigentlich gar kein Spanisch. Vor nem Jahr hab ich mal nen Volkshochschul-Anfängerkurs besucht. Aber irgendwie... Gings. Und da bin ich mächtig stolz drauf.
Heute wollten wir zum Markt, und zur Massage, und zum Weinberg inkl. Weinverkostung. Dafür haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind losgedüst. Aber ich hab mich seit dem Frühstück ziemlich schlapp und müde gefühlt und irgendwann... Wir standen gerade mitten auf dem Markt und haben mit einem netten Verkäufer über einen Bieröffner aus Teak verhandelt, kam ein flaues Gefühl mit dazu.
Flaue Gefühle in großen Menschenmengen - nicht gut. Ich habe kurz überlegt ob und wo es hier ein Klo geben könnte, kam aber sehr schnell auf den Trichter dass auch ein Klo auf einem solchen Markt ganz und garkein guter Ort für ein flaues Gefühl ist...
Dann kam mir eine Idee. Ich könnte mir ja einfach eine Plastiktüte geben lassen? Nur so zur Sicherheit. Der nette Händler hat mich zwar erst ein wenig verdutzt angeschaut, dann aber hinter sich gegriffen und mir eine Plastiktüte gereicht.
Eine schwarze Plastiktüte.
Was 20 Sekunden später geschah, muss ich dem geneigten Leser nicht näher schildern. Schwarze Plastiktüten werden nur zu einem einzigen Zweck produziert. Sie verheißen ein dunkles Omen, wie schwarze Katzen, unter Leitern, von links, an einem Freitag dem 13.
Die Marktfrau gegenüber kam mit einem Päckchen Tempos herbeigeeilt, der nette Händler bot mir einen Stuhl an, 2 mitleidige Touristen haben mir eine Wasserflasche vererbt. Und 10 Minuten später lag unter dem Marktstand des netten Händlers ein sorgsam zugeknotetes Tütchen (When in Burma, do as the Burmese do...) und ich hab mich vor lauter schlechtem Gewissen dazu genötigt gefühlt, eine weitere Klangschale von ihm zu erwerben. Völlig uneigennützig natürlich...
Danach hieß es für mich schnurstracks nach Hause. Mein nobler Versuch, mit dem Fahrrad zurückzufahren, endete 2 Kreuzungen weiter, wo ich abstieg, und mich erstmal schweißgebadet auf einen Randstein setzen musste.
Und wie der Zufall es will, kam gerade in dem Moment eines dieser Pickup Taxis vorbeigefahren, der mich samt Fahrrad auf die Ladefläche gepackt und ins Hotel chauffiert hat. Glück muss man haben.
Den restlichen Tag hab ich hier - im Bett verbracht. Laia hat mich mit spanischen Elektrolyten und Cola versorgt und mir geht's schon um einiges besser. Vielleicht ist ne kleine Zwangspause mal ganz gut.
Meiner Meinung nach ist der Inle Lake eine einzige große Touristenfalle. Wenn auch eine ganz schöne. Die Einheimischen haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, Bootstouren oder Nippes zu verkaufen. Aber sie tun das immer noch mit einem Lächeln und zu halbwegs fairen Preisen.
Teilweise wird man sogar von einem Händler darauf hingewiesen, dass der Schmuck, den er verkauft nicht echt ist. Allerdings nur dann, wenn er im Hinterzimmer mit echtem Silbergeschmeide aufwarten kann.
Aber als Nicht-Goldschmied ist man weiterhin auf den Nasenfaktor angewiesen. Den einzigen 925 Stempel, den ich entdeckt habe, war in einem Armreif, der unechter nicht hätte sein können. Der gute alte Feuerzeugtest ist hier ein schwarzer Stein, an dem man das Schmuckstück seiner Wahl rubbelt. Ist der Abrieb rot, hat man eine Kupferlegierung gekauft. Weiß bedeutet Silber.
In verschiedenen Hütten am Fluß werden diverse Kunsthandwerke demonstriert und die Waren daraufhin zu überteuerten Preisen an Touristen verhökert. Muss man alles mal gemacht haben.
Super schön war der Tempel mit den Katzen. Auch wenn diese nicht mehr wie früher Kunststückchen aufführen und Salti springen sondern faul am Boden rumliegen und sich von Touristen ablichten lassen.
Vor dem Tempel waren Laia und ich die Hauptattraktion für die Einheimischen, die Schlange standen, um ein Foto mit uns zu schießen. Lag vielleicht an unserem roten Lippenstift (und der für 6 Wochen immer noch recht blassen Bräune, die wir uns zugelegt haben). Dabei fühl ich mich knackigst braun mittlerweile. Für meine Verhältnisse...
Den gestrigen Abend haben wir mit reichlich Alkohol und frittiertem Eis ausklingen lassen. Und ich finde es immer noch erstaunlich, wie gut wir uns doch verstehen, und das obwohl wir nur auf spanisch kommunizieren können. Wohlgemerkt... Ich kann eigentlich gar kein Spanisch. Vor nem Jahr hab ich mal nen Volkshochschul-Anfängerkurs besucht. Aber irgendwie... Gings. Und da bin ich mächtig stolz drauf.
Heute wollten wir zum Markt, und zur Massage, und zum Weinberg inkl. Weinverkostung. Dafür haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und sind losgedüst. Aber ich hab mich seit dem Frühstück ziemlich schlapp und müde gefühlt und irgendwann... Wir standen gerade mitten auf dem Markt und haben mit einem netten Verkäufer über einen Bieröffner aus Teak verhandelt, kam ein flaues Gefühl mit dazu.
Flaue Gefühle in großen Menschenmengen - nicht gut. Ich habe kurz überlegt ob und wo es hier ein Klo geben könnte, kam aber sehr schnell auf den Trichter dass auch ein Klo auf einem solchen Markt ganz und garkein guter Ort für ein flaues Gefühl ist...
Dann kam mir eine Idee. Ich könnte mir ja einfach eine Plastiktüte geben lassen? Nur so zur Sicherheit. Der nette Händler hat mich zwar erst ein wenig verdutzt angeschaut, dann aber hinter sich gegriffen und mir eine Plastiktüte gereicht.
Eine schwarze Plastiktüte.
Was 20 Sekunden später geschah, muss ich dem geneigten Leser nicht näher schildern. Schwarze Plastiktüten werden nur zu einem einzigen Zweck produziert. Sie verheißen ein dunkles Omen, wie schwarze Katzen, unter Leitern, von links, an einem Freitag dem 13.
Die Marktfrau gegenüber kam mit einem Päckchen Tempos herbeigeeilt, der nette Händler bot mir einen Stuhl an, 2 mitleidige Touristen haben mir eine Wasserflasche vererbt. Und 10 Minuten später lag unter dem Marktstand des netten Händlers ein sorgsam zugeknotetes Tütchen (When in Burma, do as the Burmese do...) und ich hab mich vor lauter schlechtem Gewissen dazu genötigt gefühlt, eine weitere Klangschale von ihm zu erwerben. Völlig uneigennützig natürlich...
Danach hieß es für mich schnurstracks nach Hause. Mein nobler Versuch, mit dem Fahrrad zurückzufahren, endete 2 Kreuzungen weiter, wo ich abstieg, und mich erstmal schweißgebadet auf einen Randstein setzen musste.
Und wie der Zufall es will, kam gerade in dem Moment eines dieser Pickup Taxis vorbeigefahren, der mich samt Fahrrad auf die Ladefläche gepackt und ins Hotel chauffiert hat. Glück muss man haben.
Den restlichen Tag hab ich hier - im Bett verbracht. Laia hat mich mit spanischen Elektrolyten und Cola versorgt und mir geht's schon um einiges besser. Vielleicht ist ne kleine Zwangspause mal ganz gut.
Kalaw - Trekking zum Inle Lake
Morgens um 4 erreicht der Bus ohne weitere Zwischenfälle Kalaw. Es ist schweinekalt. Ich steige aus und eine Spanierin hat anscheinend das gleiche Hotel gebucht wie ich. Wir checken zusammen ein, und obwohl ich einen halben Tag extra berappen muss (early check in) bin ich froh über mein Zimmer mit Dusche.
Beim Frühstück treffe ich sie wieder und komme außerdem mit einem netten älteren Pärchen ins Gespräch, das mir Pindaya empfiehlt, einen Ort, nur 35km entfernt, mit einer Tropfsteinhöhle, die insgesamt 9.000 Buddhastatuen in allen Größen und Materialien beherbergt. Da muss ich hin.
Ich treffe meine Spanierin wieder, die kein Englisch spricht, wie sich herausstellt, aber irgendwie sind wir uns sympathisch und machen uns auf den Weg zum Reisebüro, wo wir einen weiteren 3 Tages Trek buchen und außerdem eine nette Amerikanerin mit ihrem Sohn fragen, ob sie mit zur Höhle wollen. Die beiden kommen spontan mit, und so sitzen wir ne halbe Stunde später im eigens dafür gecharterten Taxi.
Und Pindaya ist wirklich beeindruckend. Von Privatmenschen oder Organisationen gestiftet, nimmt die Anzahl der Buddhas in der Höhle beständig zu. In jeder Ecke, an jedem Vorsprung, einfach überall stehen kleine, mittlere und große Buddhas.
Ebenso zeigt uns unser Taxifahrer eine kleine Schirmmanufaktur, in der aus der Rinde des Maulbeerbaumes Papier hergestellt, und zu kleinen Schirmen und Lampions verarbeitet wird.
Als wir am Abend unser Reisebüro anrufen ist unsere Trekkinggruppe bereits auf 7 Personen angewachsen, 2 Britinnen und 3 Kanadier kommen mit, sagt man uns.
Je mehr desto besser, denke ich.
Am nächsten Morgen stehen wir bereit. Wir haben uns davor noch kurz auf dem Wochenmarkt umgesehen und ein frittiertes Teilchen verdrückt, als wir unsere Gruppe kennenlernen. Ich komme sofort mit Jean ins Gespräch, der Englisch mit einem wunderbaren Hauch eines französischen Akzentes spricht, Buchverleger ist, und Julien, seinen Lebensgefährten aus Montreal mitgebracht hat. Dann wären da noch Marcus aus Hamilton (dass er den meistens nichtsahnenden Mitreisenden als Toronto verkauft mit dem Hinweis, man solle es bitte NICHT googeln), Becks und Lizzy aus England (Lizzy studiert arabisch und hat gerade 2 Jahre in Korea gelebt) und schließlich Laia und ich.
Die Chemie stimmt. Und obwohl auch hier Staub eine dominierende Komponente des Weges ist, finde ich diesen Trek super. Weil wir einen eigenen Koch haben ist das Essen lecker und abwechslungsreich. Unterwegs kommen wir an zahlreichen Bauern vorbei die mit vorzeitlichen Methoden und Gerätschaften Chili, Ingwer und Mais ernten, oder Knoblauch anbauen. Am Abend erreichen wir unseren ersten Homestay mit einem sehr kuscheligen Matratzenlager. Wir sehen eine Katze die ziemlich dick ist und beschließen, dass sie schwanger sein muss. Am nächsten Morgen erweist sich diese Vermutung als wahr, da 3 nasse, blinde, halbnackige Kätzchen neben unserer Katze liegen und diese zufrieden brummelt. Das schwarz-weiße Kätzchen, das etwas abseits liegt, taufen wir Lizzy, weil Lizzy es zurück an die Zitze der Mama legt. Und dann werden wir Zeuge einer weiteren Geburt und ein viertes Kätzchen erblickt das Licht der Welt. Süß. Ein bisschen eklig, aber im allgemeinen süß.
Auch die nächsten beiden Tage werden dominiert von guten Gesprächen, gutem Essen (Avocadosalat!!) und guter Stimmung. Dann werden wir noch in ein Boot gesetzt und erreichen am 3. Tag Nyaung Shwe am Inle Lake, touristisch, aber mit einer Essensvielfalt, die seinesgleichen sucht.
Beim Frühstück treffe ich sie wieder und komme außerdem mit einem netten älteren Pärchen ins Gespräch, das mir Pindaya empfiehlt, einen Ort, nur 35km entfernt, mit einer Tropfsteinhöhle, die insgesamt 9.000 Buddhastatuen in allen Größen und Materialien beherbergt. Da muss ich hin.
Ich treffe meine Spanierin wieder, die kein Englisch spricht, wie sich herausstellt, aber irgendwie sind wir uns sympathisch und machen uns auf den Weg zum Reisebüro, wo wir einen weiteren 3 Tages Trek buchen und außerdem eine nette Amerikanerin mit ihrem Sohn fragen, ob sie mit zur Höhle wollen. Die beiden kommen spontan mit, und so sitzen wir ne halbe Stunde später im eigens dafür gecharterten Taxi.
Und Pindaya ist wirklich beeindruckend. Von Privatmenschen oder Organisationen gestiftet, nimmt die Anzahl der Buddhas in der Höhle beständig zu. In jeder Ecke, an jedem Vorsprung, einfach überall stehen kleine, mittlere und große Buddhas.
Ebenso zeigt uns unser Taxifahrer eine kleine Schirmmanufaktur, in der aus der Rinde des Maulbeerbaumes Papier hergestellt, und zu kleinen Schirmen und Lampions verarbeitet wird.
Als wir am Abend unser Reisebüro anrufen ist unsere Trekkinggruppe bereits auf 7 Personen angewachsen, 2 Britinnen und 3 Kanadier kommen mit, sagt man uns.
Je mehr desto besser, denke ich.
Am nächsten Morgen stehen wir bereit. Wir haben uns davor noch kurz auf dem Wochenmarkt umgesehen und ein frittiertes Teilchen verdrückt, als wir unsere Gruppe kennenlernen. Ich komme sofort mit Jean ins Gespräch, der Englisch mit einem wunderbaren Hauch eines französischen Akzentes spricht, Buchverleger ist, und Julien, seinen Lebensgefährten aus Montreal mitgebracht hat. Dann wären da noch Marcus aus Hamilton (dass er den meistens nichtsahnenden Mitreisenden als Toronto verkauft mit dem Hinweis, man solle es bitte NICHT googeln), Becks und Lizzy aus England (Lizzy studiert arabisch und hat gerade 2 Jahre in Korea gelebt) und schließlich Laia und ich.
Die Chemie stimmt. Und obwohl auch hier Staub eine dominierende Komponente des Weges ist, finde ich diesen Trek super. Weil wir einen eigenen Koch haben ist das Essen lecker und abwechslungsreich. Unterwegs kommen wir an zahlreichen Bauern vorbei die mit vorzeitlichen Methoden und Gerätschaften Chili, Ingwer und Mais ernten, oder Knoblauch anbauen. Am Abend erreichen wir unseren ersten Homestay mit einem sehr kuscheligen Matratzenlager. Wir sehen eine Katze die ziemlich dick ist und beschließen, dass sie schwanger sein muss. Am nächsten Morgen erweist sich diese Vermutung als wahr, da 3 nasse, blinde, halbnackige Kätzchen neben unserer Katze liegen und diese zufrieden brummelt. Das schwarz-weiße Kätzchen, das etwas abseits liegt, taufen wir Lizzy, weil Lizzy es zurück an die Zitze der Mama legt. Und dann werden wir Zeuge einer weiteren Geburt und ein viertes Kätzchen erblickt das Licht der Welt. Süß. Ein bisschen eklig, aber im allgemeinen süß.
Auch die nächsten beiden Tage werden dominiert von guten Gesprächen, gutem Essen (Avocadosalat!!) und guter Stimmung. Dann werden wir noch in ein Boot gesetzt und erreichen am 3. Tag Nyaung Shwe am Inle Lake, touristisch, aber mit einer Essensvielfalt, die seinesgleichen sucht.
Kotzen continues
Ich fahr mal wieder Bus. Vos Hsipaw nach Kalaw, 15 Stunden. Der Bus hat schöne Vorhänge, jede Menge Mitreisender Touristen, unschuldige blaue Fleecedecken und eine funktionierende Klimaanlage.
Im Bordkino läuft - etwas zu leise, mit burmesischen Untertiteln und einem großen schwarzen Kreis im Bildschirm ein Screener von James Bond Spectre.
Und ich weiß nicht welche göttliche Eingebung es ist, dass ich mir am ersten Halt mal wieder einen Menthol Schnüffelstift kaufe. Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht weil er so schön rosa ist, vielleicht weil ich meinen letzten ohne ihn je wirklich zu benutzen dieser doofen Holländerin ausgeliehen hab, die ihn mir nie zurückgegeben hat, vielleicht weil ich mir meinen Kindheitstraum vom eigenen Stift, den ich mir beliebig oft in die Nase stecken kann erfüllen will. Aber mal wieder erweist sich mein Instinkt als brillant.
Weil ich vor meinem Abflug aus Deutschland Star Wars den Vortritt vor James Bond gegeben habe, starre ich wie gebannt auf den Bildschirm und merke anfangs nicht, dass wir in der Tat sehr viele Serpentinen fahren. Sehr magenfreundlich sind die Straßenverhältnisse wirklich nicht, das muss man sagen.
Als das erste etwas lautere und persistentere Husten anfängt bin ich alarmiert. Und dann geht es relativ schnell. Der Mann schräg hinter mir nestelt verzweifelt an seiner zugeknoteten lunchtüte. Sie ist schwarz - was auch sonst?! Er bekommt sie auf, rechtzeitig, aber nicht mehr ganz rechtzeitig. Er kotzt sich über die Hand, auf den Fußboden und ja - auch in die Tüte.
Jetzt bin ich verzweifelt. Ich packe meine Platiktüte mit den Keksen die ich mir eben gekauft habe. Selbstverständlich ist diese, als hätte sie ihren späteren Verwendungszweck geahnt schwarz. Ich kippe die Tüte über meinem Nachbarn aus, reiche sie nach schräg hinten. Der Mann bedient sich meiner Tüte. Es riecht säuerlich. Dieser Geruch eben, bei dem man unweigerlich selbst eine schwarze Tüte zur Hand haben möchte... Oder eben... Einen Schnüffelstift!
Ich kann nicht beurteilen, ob diese Stifte wirklich gegen Motion Sickness helfen, aber ich kann sagen, dass ätherisches Mentholöl in der Tat stark genug riecht, um so einiges zu übertünchen, und so halte ich mir meinen neuen rosa Stift ganz eifrig unter die Nase. Mal sehen was das noch wird....
Und ich weiß nicht welche göttliche Eingebung es ist, dass ich mir am ersten Halt mal wieder einen Menthol Schnüffelstift kaufe. Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht weil er so schön rosa ist, vielleicht weil ich meinen letzten ohne ihn je wirklich zu benutzen dieser doofen Holländerin ausgeliehen hab, die ihn mir nie zurückgegeben hat, vielleicht weil ich mir meinen Kindheitstraum vom eigenen Stift, den ich mir beliebig oft in die Nase stecken kann erfüllen will. Aber mal wieder erweist sich mein Instinkt als brillant.
Weil ich vor meinem Abflug aus Deutschland Star Wars den Vortritt vor James Bond gegeben habe, starre ich wie gebannt auf den Bildschirm und merke anfangs nicht, dass wir in der Tat sehr viele Serpentinen fahren. Sehr magenfreundlich sind die Straßenverhältnisse wirklich nicht, das muss man sagen.
Als das erste etwas lautere und persistentere Husten anfängt bin ich alarmiert. Und dann geht es relativ schnell. Der Mann schräg hinter mir nestelt verzweifelt an seiner zugeknoteten lunchtüte. Sie ist schwarz - was auch sonst?! Er bekommt sie auf, rechtzeitig, aber nicht mehr ganz rechtzeitig. Er kotzt sich über die Hand, auf den Fußboden und ja - auch in die Tüte.
Jetzt bin ich verzweifelt. Ich packe meine Platiktüte mit den Keksen die ich mir eben gekauft habe. Selbstverständlich ist diese, als hätte sie ihren späteren Verwendungszweck geahnt schwarz. Ich kippe die Tüte über meinem Nachbarn aus, reiche sie nach schräg hinten. Der Mann bedient sich meiner Tüte. Es riecht säuerlich. Dieser Geruch eben, bei dem man unweigerlich selbst eine schwarze Tüte zur Hand haben möchte... Oder eben... Einen Schnüffelstift!
Ich kann nicht beurteilen, ob diese Stifte wirklich gegen Motion Sickness helfen, aber ich kann sagen, dass ätherisches Mentholöl in der Tat stark genug riecht, um so einiges zu übertünchen, und so halte ich mir meinen neuen rosa Stift ganz eifrig unter die Nase. Mal sehen was das noch wird....
Hsipaw - Trekking wie es keinen Spaß macht
Einmal mehr stelle ich fest: es kommt nicht darauf an, was man tut, sondern mit wem man es tut. Und dabei fing alles ganz gut an. Die Ankunft in Hsipaw - stressfrei, das Mr. Charles Hotel - fast schon zu gut organisiert. Dann das nette amerikanische Pärchen vom Zug in der Stadt wiedergetroffen, was mit denen gegessen. Die Wäsche zu nem vernünftigen Preis zum Waschen gegeben, und am Infoschalter des Hotels gleich für den nächsten Tag eine 3 Tages Trekking Tour zu den Minderheitendörfern gebucht. Zusammen mit 2 anderen, einem Pärchen das angeblich keins ist, das aber ebenfalls nett aussieht. Jorgen, der Norweger und Uschi, aus Holland. (Uschi heißt nicht wirklich Uschi, aber um ehrlich zu sein hab ich ihren Namen genauso vergessen wie sie meinen.) Weil wir nur zu dritt sind, ist die Tour teurer, aber so haben wir eine schön kleine Gruppe.
Der erste Tag ist ganz nett. Unser junger Guide gibt sein Bestes, erzählt uns, wie er sein Leben umgekrempelt hat, dass er noch vor 2 Jahren nur gesoffen und sein Geld verprasst hat, aber dann einen Lehrer gefunden hat, der ihn in einen Englischkurs gesteckt und ihm eine Stelle als Guide verschafft hat. Landschaftlich ist der Trek nicht sonderlich atemberaubend. Am ersten Tag geht es viel bergauf, die Umgebung wird dominiert von Staub. Was alles nicht so schlimm wäre, wenn sich meine 2 Mitreisenden nicht als Reise-gelegenheitspärchen entpuppen würde, das bis auf ein bisschen Smalltalk mit mir völlig auf sich fixiert ist und mich komplett links liegen lässt. So kommt es, dass ich 3 Tage lang und umgeben von Staub und Steppe absolut niemanden zum Reden habe. Bravo.
Uschi ist zudem krank und hat Husten, was unsere freundliche Gastfamilie dazu bringt, sämtliche Medizin und Hausmittelchen aus den Schränken zu kramen. So kommt es, dass mitten in der ersten Nacht die Mutti mit Taschenlampe an unserem Matratzenlager steht und Uschi liebevoll mit Diesel (ja, Diesel!!!) einreibt. Ein bisschen was auf die Zunge, ein bisschen was auf Hals und Bronchien. Das burmesische Wick VapoRub.
Tag 2 und 3 empfinde ich als noch ätzender. Und vielleicht tue ich der Landschaft um Hsipaw damit unrecht, vielleicht tue ich auch Jorgen und Uschi unrecht, die für sich genommen sicher 2 ganz liebenswürdige Personen sind. Aber die Gruppendynamik ist absolut unterirdisch. Und so mache ich so gut es geht mein eigenes Ding und bin mittelmäßig frustriert. Als wir am Ende unserer 3 Tage die erste (und einzig leckere) Shan Nudelsuppe essen, bin ich froh, dass der Spuk ein Ende hat.. Auch dass wir die heißen Quellen auslassen, stört mich dann nicht mehr. Ich will eigentlich nur noch weiter.
Der erste Tag ist ganz nett. Unser junger Guide gibt sein Bestes, erzählt uns, wie er sein Leben umgekrempelt hat, dass er noch vor 2 Jahren nur gesoffen und sein Geld verprasst hat, aber dann einen Lehrer gefunden hat, der ihn in einen Englischkurs gesteckt und ihm eine Stelle als Guide verschafft hat. Landschaftlich ist der Trek nicht sonderlich atemberaubend. Am ersten Tag geht es viel bergauf, die Umgebung wird dominiert von Staub. Was alles nicht so schlimm wäre, wenn sich meine 2 Mitreisenden nicht als Reise-gelegenheitspärchen entpuppen würde, das bis auf ein bisschen Smalltalk mit mir völlig auf sich fixiert ist und mich komplett links liegen lässt. So kommt es, dass ich 3 Tage lang und umgeben von Staub und Steppe absolut niemanden zum Reden habe. Bravo.
Uschi ist zudem krank und hat Husten, was unsere freundliche Gastfamilie dazu bringt, sämtliche Medizin und Hausmittelchen aus den Schränken zu kramen. So kommt es, dass mitten in der ersten Nacht die Mutti mit Taschenlampe an unserem Matratzenlager steht und Uschi liebevoll mit Diesel (ja, Diesel!!!) einreibt. Ein bisschen was auf die Zunge, ein bisschen was auf Hals und Bronchien. Das burmesische Wick VapoRub.
Tag 2 und 3 empfinde ich als noch ätzender. Und vielleicht tue ich der Landschaft um Hsipaw damit unrecht, vielleicht tue ich auch Jorgen und Uschi unrecht, die für sich genommen sicher 2 ganz liebenswürdige Personen sind. Aber die Gruppendynamik ist absolut unterirdisch. Und so mache ich so gut es geht mein eigenes Ding und bin mittelmäßig frustriert. Als wir am Ende unserer 3 Tage die erste (und einzig leckere) Shan Nudelsuppe essen, bin ich froh, dass der Spuk ein Ende hat.. Auch dass wir die heißen Quellen auslassen, stört mich dann nicht mehr. Ich will eigentlich nur noch weiter.
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