Samstag, 9. April 2016

Last days in Bangkok

Nachdem mein lieber Sandi von mir wieder schweren Herzens am Flughafen abgeliefert worden ist, brechen auch meine letzten Tage in Bangkok an.
Zum einen läuft meine Aufenthaltsgenehmigung am 26. März ab (je Einreise immer 30 Tage) zum anderen ist es einfach unerträglich heiß.
Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad schlauchen einen enorm, sobald man aus einem klimatisierten Gebäude tritt. Ich will irgendwohin wo es etwas kühler ist.
Damit fällt Laos schonmal aus. Denn auch ohne mich weiter damit zu befassen kann ich mir nicht vorstellen, dass es in Luang Prabang kälter sein soll als in Chiang Mai.
Für China benötige ich ein Visum und selbstredend habe ich mich NICHT darum gekümmert, eines zu beantragen. Zu teuer, zu umständlich, zu anstrengend, wahrscheinlich auch zu zeitintensiv (das Visum) und zu faul (ich).
Korea überlege ich mir kurz aber ziemlich schnell fällt meine Wahl sehr intuitiv auf Taiwan, das mir Ilse (eine Mitreisende - und Mitreißende) im Januar ans Herz gelegt hat.
Oft habe ich ein Bild im Kopf, bevor ich irgendwo hin will. Aber was Taiwan angeht ist das Kopfkino auf Sendepause. Ich kann mir unter der Insel absolut nichts vorstellen, es ist für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte.
Von Deutschland aus käme ich wahrscheinlich nicht auf die Idee, ausgerechnet dorthin zu wollen. Und wahrscheinlich ist es genau dieses "now or never" Gefühl, das mich nach Flügen suchen lässt. Nicht ganz billig, aber immerhin 4 Flugstunden nach Norden, also bestimmt moderat, was das Klima angeht.
Bevor ich buche, sehe ich mir in der Wetter App Taipeh an und werfe einen Blick auf die ersten 10 Seiten des Lonely Planet. Outdoorparadies steht da, und die Bilder sehen toll aus. 2 Stunden später klicke ich auf den "Book"-Button bei V-Air, der taiwanischen Version von RyanAir. Ganz schlau buche ich mir für den Hinflug 15kg und für den Rückflug 20kg Gepäck zu. Wer weiß, vielleicht gibt's in Taiwan Klangschalen....
Die letzten beiden Tage in Bangkok lasse ich es mir nochmal gutgehen. 1 Fußmassage pro Tag, kleine Sightseeingtour mit Michaela, Sundowner auf dem Hosteldach (- Chao Hostel in Siam, das geilste Hostel der Welt) erfolgreiche CalvinKlein-Goldbund Tour durch die Khao San, Abstecher ins Jim Thompson House (nebenan) und ein Besuch im bacc, dem "Bangkok Art & Culture Center".
Das ist ein kostenloses Museum mit Ausstellungen aller Art. Im 6. Stock wird gerade eine Installation aufgebaut, als ich vorbeilaufe. Ich werfe einen neugierigen Blick auf das geschäftige Treiben, und herausgestürmt kommt ein sichtlich gestresster Amerikaner, der mir sagt ich soll doch morgen Abend um 6 Uhr bitte wiederkommen, da wär Eröffnung.
Ist ja gut, denk ich, und ziehe weiter in den 7. Stock. Dort gibt's sehr interessante Kunstwerke, darunter ein riesiges Krokodil aus Holz, in das ich mich sofort verliebe. Auf dem Rückweg laufe ich dem gleichen Typ von Stockwerk 6 nochmal über den Weg, und komme mit ihm ins Gespräch.
Stellt sich raus - er ist der Künstler, und nicht wirklich davon überzeugt, dass alles rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird...
Nichtsdestotrotz führt er mich durch die unfertige Ausstellung und erzählt mir, was er mit seiner Kunst aussagen will. Und das ist wichtig, weil selbsterklärend sind seine Videoinstallationen nicht. Am nächsten Tag komme ich mit Yvonne und Peter wieder zurück um mich am Eröffnungsbuffet zu laben (kleine Becher mit Spaghetti Bolognese!) und werde tatsächlich ganz herzlich von dem Künstler (John - selbstverständlich sind wir per du...) begrüßt, der danach noch mit uns essen geht, weil es hier keine der üblichen After Partys gibt, was ihn etwas zu deprimieren scheint.
Das ist mein letzter Abend in Bangkok. Ich beschließe ihn mit einer allerletzten Fußmassage.

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