Tja. Und dann wären wir einmal mehr wieder hier - in Bangkok.
Es hat 36 Grad. Es ist schwül. Es nervt ein kleines bisschen.
Das letzte Geld, von dem ich erst dachte es sei ein Problem, innerhalb von nur 3 Tagen ausgegeben zu werden, hat im MBK ein derart dankbares neues Zuhause gefunden, dass ich mich auf einmal mit 2 Resttagen und umgerechnet 10€ in der Tasche wiederfand.
Nochmal Geld abheben verstößt gegen den selbst auferlegten Codex. Und so gabs halt einfach Streetfood und Wasser. Auch mal ganz gut. Und es geht!
Jetzt brechen meine letzten Stunden in diesem Land an. Vorhin bin ich aus meinem Hostel ausgecheckt und habe 500 Baht Schlüsselpfand zurückbekommen. Somit reicht es sogar noch für eine allerletzte Fußmassage...
Was für geile 4 Monate, die zu Ende gehen. Wehmütig bin ich nicht, ich freue mich auf zuhause.
Aber eine sehr spannende Zeit liegt hinter mir. Neue Eindrücke, Freunde, Abenteuer, das Gefühl, ein kleines bisschen gewachsen zu sein und eine gute Portion Dankbarkeit nehme ich heute Abend mit nach Hause.
Ich freu mich. Über alles, das war, und auf alles, das noch kommt.
Mittwoch, 27. April 2016
Was noch in Taiwan geschah...
Irgendwann war ich also in Hualien, strategisch günstig neben Bahnhof und Bushaltestelle Richtung Taroko untergebracht.
Eigentlich wollte ich 3 Tage dort verbringen, um den Nationalpark eindringlich zu erkunden. Nach 2 Tagen hatte ich alle ohne Genehmigung begehbaren Wanderwege abgegrast. Tatsächlich ist sehr viel aufgrund von vergangenen Taifunen und Erdrutschen gesperrt. Herabfallende Steine sind in Taroko an der Tagesordnung und Busse fahren unregelmäßig weswegen man meiner Meinung nach auch mindestens 2 Tage braucht.
Am Abend von Tag 2 traf ich dann allerdings Maciej (dessen Name ich IMMER noch nachschlagen muss) in der Lobby meines Hostels, der mich über den Park ausgefragt hat und mir gleichzeitig gezeigt hat, dass Google Translate ein chinesisches Foto(!!!) übersetzen kann!! Ich war ganz baff.
Weil ich tags drauf nicht wirklich viel vorhatte, und Maciej tatsächlich einen Weg ausfindig gemacht hatte, den ich noch nicht gelaufen war, begab ich mich abermals nach Taroko. Es war mehr Zufall dass ich am Parkeingang halt machte und mich nach den Bedingungen erkundigte. Aber die sehr freundlichen Mitarbeiter schlugen mir sofort vor, ich sollte mich für eine Genehmigung für den Zhuilu Old Trail besorgen. Und weil sie gar so nett waren haben sie mir bei der chinesischen Anmeldewebsite dafür geholfen. Nächster verfügbarer Termin: Dienstag.
So kam es dann, dass ich eine geschlagene Woche in Hualien verbracht habe. Aber die Stadt ist sehr süß, deswegen fand ich das nicht weiter tragisch.
Am Sonntag habe ich dann gleich mal in eine, DIY Schmuck-Workshop ein Ginkgo Blatt aus Silber gehämmert. Sollte ich jemals im Geheimen von einer Karriere als Goldschmied geträumt haben - jetzt tue ich das nicht mehr... Auch wenn mein Erstling sich sogar sehen lassen kann, sägen, feilen und schleifen hab ich mir irgendwie weniger anstrengend vorgestellt.
Am Dienstag gings dann auf den Trail. Highlight - die Klippenpassage, bei der es 700m senkrecht den Berg runter geht. Schon spannend.
Alle weiteren Städte ließ ich aus, weil es irgendwie in Stress ausgeartet wär, also hab ich einen unstreitigen Zug nach Taipei gebucht, um dort ganz gechillt meine letzten Tage zu verbringen.
Und wie ich Taipei mag! Die Stadt hat ungelogen so wahnsinnig viel zu bieten. Nationalpark vor der Haustür, viel Grün, das Prinzip You-Bike, mit dem man kindereinfach an einer Verleihstation ein Rad ausleihen und damit durch die City düsen kann. Der Zoo, der neben süßen Pandas und Koalas einen Seven Eleven beherbergt. Der Berg neben dem Zoo, auf den man mit ner Gondel (teilweise mit Glasboden!) hochfahren kann. Die Taipei Expo, die zufällig genau an meinem letzten Wochenende stattfand und samt Red Dot Museum mein designaffines Herz höher schlagen ließ. Und dann gibts - ebenfalls per Metro erreichbar, noch die Beitou Hotsprings. Da denkt man endgültig, man ist in einem japanischen Dorf gelandet.
Taiwan begeistert einfach, und wie Japan ist es manchmal ein klein wenig skurril.
Hier kommt meine Top 5, der Dinge die man einfach mögen muss:
1. Melodie der Müllabfuhr (wahlweise spielt der Müllabfuhrlaster Beethovens "Für Elise" oder eine andere eingängige Melodie die ich vorher nicht kannte) Und alle Leute die sie hören rennen dann mit ihren Müllsäcken auf die Straße. Einzig für die Müllabfuhrmenschen muss es ein bisschen traumatisch sein, jeden Tag stundenlang die Melodie zu hören.
2. Überall gibt's Trinkwasser. Gut, das hört sich komisch an, ist aber außerhalb von Europa oft nichts, das wie selbstverständlich aus dem Wasserhahn sprudelt. Aber in Taipei gibt's überall Wasserspender, an denen man seine Flaschen wieder auffüllen kann.
3. die freundlichen Leute - die sollten eigentlich an Platz 1 stehen. Immer nett, immer hilfsbereit, und ohne Hintergedanken, dass man in einen Laden (oder eine dunkle Seitengasse) gezerrt wird. Einmal gab mir ein Hostelbesitzer allen Ernstes den Tipp, ich sollte zu einer Sehenswürdigkeit die etwas weiter weg liegt doch einfach trampen.
4. Die Omnipräsenz von Seven Eleven. (im Zoo!! Dem Ort, an dem es in Deutschland nur 1-2 überteuerte Imbissbuden gibt. Dieser Zoo hatte einen Seven Eleven, Mc Donalds, und selbstredend überall kostenlose Trinkwasserspender)
5. Die Ampeln zeigen an wie lange noch grün ist. Dazu ist das Ampelmännchen animiert. Erst schlendert es, wenn der Coundown unter die 10 Sekunden fällt, fängt es an, zu rennen.
Das Einzige, mit dem ich weiterhin auf Kriegsfuß stehe, ist die chinesische Sprache. Nichtmal Straßenbahnhaltestellen kann ich fehlerfrei aussprechen. Dabei meine ich das ja nicht böse, aber ich erinnere mich an Casdeen, den ich eigentlich nur fragen wollte ob wir hier schon aussteigen sollen. Als Antwort kam: "Marina, du hast gerade auf die schlimmste aller erdenklichen Arten Muschi gesagt..." Na, großartig...
Sogar meinen allerletzten Abend, den ich aufgrund meines frühen Fluges am einzigen Hostel in Flughafennähe verbrachte, das ich finden konnte war super. Und ich hatte mir so wirklich garnichts davon erwartet. Aber der Host war super freundlich und wir hatten auf Anhieb ein 3-stündiges Gespräch über Gott und die Welt (Todesstrafe, Gruppenreisen, Folter, China, wie man eine F-16 fliegt... Über was man sich halt so unterhält). Seine Mama hat mir den leckersten Salat Asiens zubereitet und wollte von mir wissen, wie man den um Himmels wissen geräuschfrei isst. Sie hatte gehört, das sei in Europa voll verpöhnt, Geräusche beim Essen zu machen... Fazit Taiwan - einsame Spitze. Ich kann dieses Land nur jedem empfehlen.
Eigentlich wollte ich 3 Tage dort verbringen, um den Nationalpark eindringlich zu erkunden. Nach 2 Tagen hatte ich alle ohne Genehmigung begehbaren Wanderwege abgegrast. Tatsächlich ist sehr viel aufgrund von vergangenen Taifunen und Erdrutschen gesperrt. Herabfallende Steine sind in Taroko an der Tagesordnung und Busse fahren unregelmäßig weswegen man meiner Meinung nach auch mindestens 2 Tage braucht.
Am Abend von Tag 2 traf ich dann allerdings Maciej (dessen Name ich IMMER noch nachschlagen muss) in der Lobby meines Hostels, der mich über den Park ausgefragt hat und mir gleichzeitig gezeigt hat, dass Google Translate ein chinesisches Foto(!!!) übersetzen kann!! Ich war ganz baff.
Weil ich tags drauf nicht wirklich viel vorhatte, und Maciej tatsächlich einen Weg ausfindig gemacht hatte, den ich noch nicht gelaufen war, begab ich mich abermals nach Taroko. Es war mehr Zufall dass ich am Parkeingang halt machte und mich nach den Bedingungen erkundigte. Aber die sehr freundlichen Mitarbeiter schlugen mir sofort vor, ich sollte mich für eine Genehmigung für den Zhuilu Old Trail besorgen. Und weil sie gar so nett waren haben sie mir bei der chinesischen Anmeldewebsite dafür geholfen. Nächster verfügbarer Termin: Dienstag.
So kam es dann, dass ich eine geschlagene Woche in Hualien verbracht habe. Aber die Stadt ist sehr süß, deswegen fand ich das nicht weiter tragisch.
Am Sonntag habe ich dann gleich mal in eine, DIY Schmuck-Workshop ein Ginkgo Blatt aus Silber gehämmert. Sollte ich jemals im Geheimen von einer Karriere als Goldschmied geträumt haben - jetzt tue ich das nicht mehr... Auch wenn mein Erstling sich sogar sehen lassen kann, sägen, feilen und schleifen hab ich mir irgendwie weniger anstrengend vorgestellt.
Am Dienstag gings dann auf den Trail. Highlight - die Klippenpassage, bei der es 700m senkrecht den Berg runter geht. Schon spannend.
Alle weiteren Städte ließ ich aus, weil es irgendwie in Stress ausgeartet wär, also hab ich einen unstreitigen Zug nach Taipei gebucht, um dort ganz gechillt meine letzten Tage zu verbringen.
Und wie ich Taipei mag! Die Stadt hat ungelogen so wahnsinnig viel zu bieten. Nationalpark vor der Haustür, viel Grün, das Prinzip You-Bike, mit dem man kindereinfach an einer Verleihstation ein Rad ausleihen und damit durch die City düsen kann. Der Zoo, der neben süßen Pandas und Koalas einen Seven Eleven beherbergt. Der Berg neben dem Zoo, auf den man mit ner Gondel (teilweise mit Glasboden!) hochfahren kann. Die Taipei Expo, die zufällig genau an meinem letzten Wochenende stattfand und samt Red Dot Museum mein designaffines Herz höher schlagen ließ. Und dann gibts - ebenfalls per Metro erreichbar, noch die Beitou Hotsprings. Da denkt man endgültig, man ist in einem japanischen Dorf gelandet.
Taiwan begeistert einfach, und wie Japan ist es manchmal ein klein wenig skurril.
Hier kommt meine Top 5, der Dinge die man einfach mögen muss:
1. Melodie der Müllabfuhr (wahlweise spielt der Müllabfuhrlaster Beethovens "Für Elise" oder eine andere eingängige Melodie die ich vorher nicht kannte) Und alle Leute die sie hören rennen dann mit ihren Müllsäcken auf die Straße. Einzig für die Müllabfuhrmenschen muss es ein bisschen traumatisch sein, jeden Tag stundenlang die Melodie zu hören.
2. Überall gibt's Trinkwasser. Gut, das hört sich komisch an, ist aber außerhalb von Europa oft nichts, das wie selbstverständlich aus dem Wasserhahn sprudelt. Aber in Taipei gibt's überall Wasserspender, an denen man seine Flaschen wieder auffüllen kann.
3. die freundlichen Leute - die sollten eigentlich an Platz 1 stehen. Immer nett, immer hilfsbereit, und ohne Hintergedanken, dass man in einen Laden (oder eine dunkle Seitengasse) gezerrt wird. Einmal gab mir ein Hostelbesitzer allen Ernstes den Tipp, ich sollte zu einer Sehenswürdigkeit die etwas weiter weg liegt doch einfach trampen.
4. Die Omnipräsenz von Seven Eleven. (im Zoo!! Dem Ort, an dem es in Deutschland nur 1-2 überteuerte Imbissbuden gibt. Dieser Zoo hatte einen Seven Eleven, Mc Donalds, und selbstredend überall kostenlose Trinkwasserspender)
5. Die Ampeln zeigen an wie lange noch grün ist. Dazu ist das Ampelmännchen animiert. Erst schlendert es, wenn der Coundown unter die 10 Sekunden fällt, fängt es an, zu rennen.
Das Einzige, mit dem ich weiterhin auf Kriegsfuß stehe, ist die chinesische Sprache. Nichtmal Straßenbahnhaltestellen kann ich fehlerfrei aussprechen. Dabei meine ich das ja nicht böse, aber ich erinnere mich an Casdeen, den ich eigentlich nur fragen wollte ob wir hier schon aussteigen sollen. Als Antwort kam: "Marina, du hast gerade auf die schlimmste aller erdenklichen Arten Muschi gesagt..." Na, großartig...
Sogar meinen allerletzten Abend, den ich aufgrund meines frühen Fluges am einzigen Hostel in Flughafennähe verbrachte, das ich finden konnte war super. Und ich hatte mir so wirklich garnichts davon erwartet. Aber der Host war super freundlich und wir hatten auf Anhieb ein 3-stündiges Gespräch über Gott und die Welt (Todesstrafe, Gruppenreisen, Folter, China, wie man eine F-16 fliegt... Über was man sich halt so unterhält). Seine Mama hat mir den leckersten Salat Asiens zubereitet und wollte von mir wissen, wie man den um Himmels wissen geräuschfrei isst. Sie hatte gehört, das sei in Europa voll verpöhnt, Geräusche beim Essen zu machen... Fazit Taiwan - einsame Spitze. Ich kann dieses Land nur jedem empfehlen.
Mittwoch, 13. April 2016
Flowing upstream
Doulan. Warum genau bin ich eigentlich hier? Stimmt, hatte mir der Ralf erzählt. Da kann man dieses Naturwunder ankucken. Water Flowing upstream. Doulan gehört zu Taitung und liegt auf direktem Weg mit dem Bus von Fu Gang nach Norden. Und - das mag jetzt vielleicht der bescheuertste Grund sein, warum ich hier bin... Ich konnte mir den Namen merken weil ich mir ne Eselsbrücke zu diesem Disney Film gebaut hab. Mulan-Dulan... Easy... Da gehma hin.
Das aufwärtsfließende Wasser ist am Dorfeingang, und das eigentliche Phänomen sind die Busladungen voller Chinesen, die hier abgesetzt werden. Ich bin den Kilometer dahin zu Fuß gelaufen und muss sagen das war irgendwie verlorene Zeit.
Auf dem Rückweg bin ich auf der Suche nach Essbarem bei einem Inder im Shop gelandet, der mir einen überteuerten Wrap verkauft hat und mir in einem halbstündigen Monolog erklärt hat, dass Kettensägen von Stihl die besten sind. Gut. Das hab jetzt sogar ich gewusst. Ich erspare dem Mann mein gesammeltes Halbwissen über Hilti Bohrmaschinen und DeWalt Akkuschrauber und seh zu dass ich Land gewinne.
Mein Hostel veranstaltet an diesem Abend ein Konzert mit Livemusik, das so lange gut ist, bis mich eine Taiwanesin auf die Bühne schubst und mich zwingt "Happy Birthday" zu singen (weil das jeder kann...) WTF? Ich kann nicht singen und kein Mensch hat hier Geburtstag! Aber gut.... Wenn es sie glücklich macht...
Tags drauf erkunde ich den Strand und esse einen sehr sehr leckeren Burger, gefolgt von sehr sehr leckerem Vietnamesischem Essen. Und der Herr vom Imbissstand hat sogar eine Ankreuzkarte auf Englisch!! Laminiert und abwaschbar, das nenne ich mal nachhaltig!
Weil das Hostel aber nicht so der Bringer ist (bin mittlerweile zu verwöhnt von den hippen, bezahlbaren Unterkünften) ziehe ich weiter. Mal wieder ohne vorherige Erkundungen im Lonely Planet eingeholt zu haben. Dabei lese ich ihn durchaus. Aber nicht so... eindringlich...
Mein nächster Stop ist Donghe, dort fahre ich hin weil eine Straße ins Hinterland abzweigt und ich hoffe, den Li Song Hot Spring machen zu können. Und weil das Hostel so herrlich hip aussieht.
Die Bushaltestelle an der ich aussteige ist die Donghe Dumpling Factory - klingt ja vielversprechend. Und das Hostel bleibt nicht hinter den Erwartungen zurück. Freiliegendes Backsteingemäuer, Loft-Chic, ein ultra reizendes Mädel an der Rezeption die einfach immer lächelt und total hilfsbereit ist und eine 1,40m Matratze! (Open Surf Hostel Taitung - falls ihr mal in Taiwan sein solltet). Womit wir naja, beim "Nachteil" wären.
In Donghe gibts irgendwie garnichts zu tun. Wer hier herkommt hat nur eins im Kopf - surfen. Der Plan ein Moped zu mieten erweist sich auch als illusorisch. Die Roller sind steinalt, haben einen angebauten Surfbretthalter und mir wird empfohlen, damit maximal bis an den Strand zu fahren. Endgültig zerschmettert werden meine Hot Spring Pläne von einem japanisch-taiwanischem Zimmernachbarn, der mir erzählt, dass allein die Hinfahrt dorthin 4 Stunden gedauert hat, unterwegs der Sprit ausging und man dann eine 1-stündige steile Kletterpartie nach unten in Kauf nehmen und anschließend einen Fluß überqueren muss, um da hin zu kommen... Okay, gut, dann eben beim nächsten Mal.
Dann laufe ich spazieren, rette einen Schmetterling, leihe mir ein klappriges Fahrrad von Sisi, fahre damit über die historische Brücke die Schlucht nach hinten mitten ins grün hinein. Unterwegs mache ich Fotos von Affen und der Natur, die wie immer atemberaubend ist. Als es abends regnet freue ich mich fast.
Die Regenmomente sind die einzigen, in denen man ohne schlechtes Gewissen mal ein Buch lesen (oder Blog schreiben) kann. Das liegt bescheuert, aber auch nach fast 4 Monaten (2 Wochen sind es jetzt noch!!) hat man manchmal diesen Druck, dass man nicht faul rumsitzen darf. Irgendwie hab ich im Hinterkopf die latente Angst dass mich wer zuhause fragen könnte "Was, du warst jetzt 4 Wochen in Taiwan, und dann hast du noch nichtmal xy gesehen?!" Was hast du denn da gemacht?! Und deswegen freut mach sich, ein einem der Regen diesen Druck "produktiv" sein zu müssen abnimmt, und man sich einfach mal nen ganzen nachmittag lang faul aufs Bett flacken kann.
Für Tag 2 (ich habe vor lauter Enthusiasmus 2 Nächte gebucht) fahre ich nach Chenggong um mir die Sanxiantai Insel anzusehen. Nach einem kleinen Umweg komme ich dort auch tatsächlich an, höre dem Meer zu, wie es am Pebble Beach sein ganz eigenes Wellengeräusch macht (wenn die Brandung vom Kieselstrand zurückfließt, ist das Geräusch sehr laut, aber gleichzeitig ziemlich beruhigend) und laufe über die Brücke, mit ihren 8 Bögen, die ich mittlerweile auf so vielen Postkarten gesehen habe.
Als ich am Abend nach Hause komme sitzen alle Surferboys in unserem Zimmer und schauen sich einen schlechten Film mit tollen Surfszenen an (Point Break - wenn man die schlechte Story weglässt, hätte es durchaus das Zeug zu nem Red Bull Movie).
In den 2 Tagen Donghe hatte ich außerdem den höchsten Bautse pro Tag Konsum meines Lebens. Ein weiteres phonetisches Mysterium, diese Bauzis. Keine Ahnung wie man das akkurat schreibt. Wahrscheinlich garnicht. Hefedampfknödel mit Schweinebällchenfüllung müsste das wohl korrekt heißen. Und die Teile sind echt lecker... Am nächsten Morgen - heute, um genau zu sein - heißt es also ein letztes Mal Bauzis kaufen und weiterziehen. Einen weiteren Hot Spring lasse ich aus, weil die Hotelpreise in dem Ort schweinisch sind. Stattdessen mache ich mich auf nach Hualien, dem Eingangstor zum Taroko Nationalpark. Mal wieder regnet es, deswegen sitze ich in einem Café, höre irgendwas, das sich nach Jack Johnson anhört und schreibe das hier. Draußen sitzen allerhand Künstler und solche, die es noch werden wollen, und bieten ihre Waren feil. Vorhin zum Beispiel hat mir einer einen Löffel German Cake angeboten, mir dazu erzählt, dass er dafür alle Zutaten aus Deutschland einfliegen lässt, keinerlei Zucker, Mehl oder Eier verwendet und ich den Kuchen doch mal hochheben soll. Der ist total schwer. - Weil da so viel gute Sachen drin sind! Gut ähm. Die Logik, warum das Gewicht eines Kuchens ein Qualitätsmerkmal sein soll erschließt sich mir noch nicht so ganz... Und gesehen hab ich sowas zuhause auch noch nicht. Wie ers schafft, dass sein Kuchen ganz ohne Zucker so süß ist, frag ich ihn (auf englisch! Weil ich Angst hab, dass ich sonst aus rein patriotischer Solidarität heraus so nen Klotz kaufen muss...) und er meint, heut sei ein bisschen Honig drin, aber sonst nimmt er Früchte... Zitronen (Zitronen?!) Beeren.. und... "Und Bananen??" Frage ich mitleidig. Ja, Bananen auch, sagt er. Alter Schwede, der ist ein Fall für "Die Auswanderer" denke ich im weitergehen.
Das aufwärtsfließende Wasser ist am Dorfeingang, und das eigentliche Phänomen sind die Busladungen voller Chinesen, die hier abgesetzt werden. Ich bin den Kilometer dahin zu Fuß gelaufen und muss sagen das war irgendwie verlorene Zeit.
Auf dem Rückweg bin ich auf der Suche nach Essbarem bei einem Inder im Shop gelandet, der mir einen überteuerten Wrap verkauft hat und mir in einem halbstündigen Monolog erklärt hat, dass Kettensägen von Stihl die besten sind. Gut. Das hab jetzt sogar ich gewusst. Ich erspare dem Mann mein gesammeltes Halbwissen über Hilti Bohrmaschinen und DeWalt Akkuschrauber und seh zu dass ich Land gewinne.
Mein Hostel veranstaltet an diesem Abend ein Konzert mit Livemusik, das so lange gut ist, bis mich eine Taiwanesin auf die Bühne schubst und mich zwingt "Happy Birthday" zu singen (weil das jeder kann...) WTF? Ich kann nicht singen und kein Mensch hat hier Geburtstag! Aber gut.... Wenn es sie glücklich macht...
Tags drauf erkunde ich den Strand und esse einen sehr sehr leckeren Burger, gefolgt von sehr sehr leckerem Vietnamesischem Essen. Und der Herr vom Imbissstand hat sogar eine Ankreuzkarte auf Englisch!! Laminiert und abwaschbar, das nenne ich mal nachhaltig!
Weil das Hostel aber nicht so der Bringer ist (bin mittlerweile zu verwöhnt von den hippen, bezahlbaren Unterkünften) ziehe ich weiter. Mal wieder ohne vorherige Erkundungen im Lonely Planet eingeholt zu haben. Dabei lese ich ihn durchaus. Aber nicht so... eindringlich...
Mein nächster Stop ist Donghe, dort fahre ich hin weil eine Straße ins Hinterland abzweigt und ich hoffe, den Li Song Hot Spring machen zu können. Und weil das Hostel so herrlich hip aussieht.
Die Bushaltestelle an der ich aussteige ist die Donghe Dumpling Factory - klingt ja vielversprechend. Und das Hostel bleibt nicht hinter den Erwartungen zurück. Freiliegendes Backsteingemäuer, Loft-Chic, ein ultra reizendes Mädel an der Rezeption die einfach immer lächelt und total hilfsbereit ist und eine 1,40m Matratze! (Open Surf Hostel Taitung - falls ihr mal in Taiwan sein solltet). Womit wir naja, beim "Nachteil" wären.
In Donghe gibts irgendwie garnichts zu tun. Wer hier herkommt hat nur eins im Kopf - surfen. Der Plan ein Moped zu mieten erweist sich auch als illusorisch. Die Roller sind steinalt, haben einen angebauten Surfbretthalter und mir wird empfohlen, damit maximal bis an den Strand zu fahren. Endgültig zerschmettert werden meine Hot Spring Pläne von einem japanisch-taiwanischem Zimmernachbarn, der mir erzählt, dass allein die Hinfahrt dorthin 4 Stunden gedauert hat, unterwegs der Sprit ausging und man dann eine 1-stündige steile Kletterpartie nach unten in Kauf nehmen und anschließend einen Fluß überqueren muss, um da hin zu kommen... Okay, gut, dann eben beim nächsten Mal.
Dann laufe ich spazieren, rette einen Schmetterling, leihe mir ein klappriges Fahrrad von Sisi, fahre damit über die historische Brücke die Schlucht nach hinten mitten ins grün hinein. Unterwegs mache ich Fotos von Affen und der Natur, die wie immer atemberaubend ist. Als es abends regnet freue ich mich fast.
Die Regenmomente sind die einzigen, in denen man ohne schlechtes Gewissen mal ein Buch lesen (oder Blog schreiben) kann. Das liegt bescheuert, aber auch nach fast 4 Monaten (2 Wochen sind es jetzt noch!!) hat man manchmal diesen Druck, dass man nicht faul rumsitzen darf. Irgendwie hab ich im Hinterkopf die latente Angst dass mich wer zuhause fragen könnte "Was, du warst jetzt 4 Wochen in Taiwan, und dann hast du noch nichtmal xy gesehen?!" Was hast du denn da gemacht?! Und deswegen freut mach sich, ein einem der Regen diesen Druck "produktiv" sein zu müssen abnimmt, und man sich einfach mal nen ganzen nachmittag lang faul aufs Bett flacken kann.
Für Tag 2 (ich habe vor lauter Enthusiasmus 2 Nächte gebucht) fahre ich nach Chenggong um mir die Sanxiantai Insel anzusehen. Nach einem kleinen Umweg komme ich dort auch tatsächlich an, höre dem Meer zu, wie es am Pebble Beach sein ganz eigenes Wellengeräusch macht (wenn die Brandung vom Kieselstrand zurückfließt, ist das Geräusch sehr laut, aber gleichzeitig ziemlich beruhigend) und laufe über die Brücke, mit ihren 8 Bögen, die ich mittlerweile auf so vielen Postkarten gesehen habe.
Als ich am Abend nach Hause komme sitzen alle Surferboys in unserem Zimmer und schauen sich einen schlechten Film mit tollen Surfszenen an (Point Break - wenn man die schlechte Story weglässt, hätte es durchaus das Zeug zu nem Red Bull Movie).
In den 2 Tagen Donghe hatte ich außerdem den höchsten Bautse pro Tag Konsum meines Lebens. Ein weiteres phonetisches Mysterium, diese Bauzis. Keine Ahnung wie man das akkurat schreibt. Wahrscheinlich garnicht. Hefedampfknödel mit Schweinebällchenfüllung müsste das wohl korrekt heißen. Und die Teile sind echt lecker... Am nächsten Morgen - heute, um genau zu sein - heißt es also ein letztes Mal Bauzis kaufen und weiterziehen. Einen weiteren Hot Spring lasse ich aus, weil die Hotelpreise in dem Ort schweinisch sind. Stattdessen mache ich mich auf nach Hualien, dem Eingangstor zum Taroko Nationalpark. Mal wieder regnet es, deswegen sitze ich in einem Café, höre irgendwas, das sich nach Jack Johnson anhört und schreibe das hier. Draußen sitzen allerhand Künstler und solche, die es noch werden wollen, und bieten ihre Waren feil. Vorhin zum Beispiel hat mir einer einen Löffel German Cake angeboten, mir dazu erzählt, dass er dafür alle Zutaten aus Deutschland einfliegen lässt, keinerlei Zucker, Mehl oder Eier verwendet und ich den Kuchen doch mal hochheben soll. Der ist total schwer. - Weil da so viel gute Sachen drin sind! Gut ähm. Die Logik, warum das Gewicht eines Kuchens ein Qualitätsmerkmal sein soll erschließt sich mir noch nicht so ganz... Und gesehen hab ich sowas zuhause auch noch nicht. Wie ers schafft, dass sein Kuchen ganz ohne Zucker so süß ist, frag ich ihn (auf englisch! Weil ich Angst hab, dass ich sonst aus rein patriotischer Solidarität heraus so nen Klotz kaufen muss...) und er meint, heut sei ein bisschen Honig drin, aber sonst nimmt er Früchte... Zitronen (Zitronen?!) Beeren.. und... "Und Bananen??" Frage ich mitleidig. Ja, Bananen auch, sagt er. Alter Schwede, der ist ein Fall für "Die Auswanderer" denke ich im weitergehen.
Sonntag, 10. April 2016
Green Island - die Perle
Jetzt aber. Green Island. 2 Tage habe ich vorgebucht, und nach einer ersten Umrundung mit dem E-Roller (für alles andere bräuchte man einen taiwanischen Führerschein) verlängere ich um eine Nacht, und auch da werde ich später bereuen, dass es nicht 2 oder 3 Nächte sind.
Die Schönheit von Green Island ist wirklich nur schwer in Worte zu fassen. Dieser Flecken Erde zieht mich sofort in seinen Bann. Da wären Buchten, die in allen Blautönen leuchten, Felsformationen mit so poetisch klingenden Namen wie "Sleeping Beauty" (und der Fels sieht tatsächlich einem schlummernden Dornröschen ähnlich) und ein Salzwasserhotspring.
Am meisten hat mich aber an Green Island fasziniert, dass es so garnicht überlaufen war. Da kuckt man auf einen Sonnenuntergang und ist dabei allein. Kann ungestört seinen Gedanken nachhängen, in den Horizont starren (und dabei Unmengen von Selfies machen) und glücklich sein.
Am ersten Tag tuckere ich ganz allein über das Inselchen. Mach alle Meter mal Halt, knipse Fotos, fahr weiter, halte wieder an, und so weiter. Die Insel ist komplett vulkanisch, am Strand haben die Felsformationen allerhand Einschlüsse, der "Sand" besteht aus Korallen, wenn man genau hinsieht, entdeckt man kleine Krebse (und springende Shrimps!) und im Wald tummelt sich das ein oder andere Reh.
Gegen 22 Uhr mache ich mich auf zum Hot Spring. Man kann im Becken sitzen und den Sternenhimmel beobachten, heißt es. Und so mache ich das dann auch. Fast noch schöner finde ich allerdings den Heimweg. Auch wenn ich sehr darauf achten muss, keine Frösche zu überfahren, denn die kommen nachts raus und hüpfen sehr suizidal über die Straße.
Irgendwann, und ich weiß garnicht mehr warum, ich glaub ich wollte mir die Sterne ansehen, halte ich am Straßenrand an und mache das Licht aus. Es ist stockduster. Und auf einmal sehe ich es überall um mich herum funkeln. Glühwürmchen! Da gabs Glühwürmchen! Ich werd nimmer...
An Tag 2 laufe ich im Hostel einem Mädel über den Weg. Theresa aus Tschechien. Sie ist glaube ich schon einen Tag länger da, hat aber schon alles ausgekaspert. Den Tag verbringen wir zusammen. Wir wollen die Hiking Trails der Insel erkunden. Unterwegs machen wir unzählige Bilder von Riesenspinnen, Leguanen und Schmetterlingen. Diese tollen riesigen Schmetterlinge, die manchmal ohne mit den Flügeln zu flappen einfach durch die Luft segeln und sich vom Wind tragen lassen.
Doch irgendwann sehen wir auch unsere erste Schlange und ab da kucken wir peinlich genau auf den Boden. Das ist so lange kein Stress wie der Weg schön breit und gepflastert vor uns liegt. Aber kurz darauf wird er schmaler, und die Pflanzen wuchern von beiden Seiten in den Weg hinein.
Aber ich merk schon... Theresa ist outdoorerprobt. Die wilden Wälder Tschechiens sind wohl von einem anderen Kaliber als der deutsche Normalwald. So schnappt sie sich den nächstbesten Bengel am Wegesrand und ab sofort wird in jedes Grasbüschel, das zu weit in den Weg hineinragt beherzt draufgeschlagen. Gegen die Schlangen. Ich fühl mich sicher. Einmal treffen wir andere Menschen auf dem Weg. Ansonsten sind wir - wie so oft - ganz allein.
Für den nächsten Tag nehmen wir uns das Gefängnis vor. - Ja auch das hat Green Island zu bieten. Geschichte. Hier war nämlich eine Art Alcatraz, in dem das KMT Regime politische Gegner "umerziehen" ließ. Sogar das Gefängnis hat einen poetischen Namen: Oasis Villa. In diesem Fall ist er aber durchaus zynisch. Abends im Hostel gesellt sich Ebba zu uns, eine Deutsche, und den letzten halben Tag unternehmen wir zu dritt etwas.
Mal wieder hat Theresa die perfekte location in petto. "Blue Lagoon". Das klingt nicht nur, wie aus dem Erotikfilm, das ist auch genauso geil. Wir parken am Strand und klettern über das Vulkangestein und tatsächlich! Da ist eine kleine Lagune. Tief genug zum baden, in den herrlichsten Blau- und Grüntönen schimmernd, und keine Menschenseele weit und breit! 10 Meter weiter prallt die geballte Wucht des wilden Pazifiks an die Steilklippen, das Wasser donnert hier tiefblau an die schwarzen Felsen und zerstäubt mit weißer Gischt wieder in den Ozean zurück.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch ca. 10 Minuten, bis ich zum Roller laufen, gen Hostel fahren, duschen, auschecken, zum Hafen düsen und wieder aufs Boot muss... Hier hätt ichs locker ne Woche ausgehalten... Man halte fest: Green Island, absolutes Highlight(!!) von Taiwan bis jetzt, und definitiv in den Top 3 der gesamten Reise überhaupt.
Die Schönheit von Green Island ist wirklich nur schwer in Worte zu fassen. Dieser Flecken Erde zieht mich sofort in seinen Bann. Da wären Buchten, die in allen Blautönen leuchten, Felsformationen mit so poetisch klingenden Namen wie "Sleeping Beauty" (und der Fels sieht tatsächlich einem schlummernden Dornröschen ähnlich) und ein Salzwasserhotspring.
Am meisten hat mich aber an Green Island fasziniert, dass es so garnicht überlaufen war. Da kuckt man auf einen Sonnenuntergang und ist dabei allein. Kann ungestört seinen Gedanken nachhängen, in den Horizont starren (und dabei Unmengen von Selfies machen) und glücklich sein.
Am ersten Tag tuckere ich ganz allein über das Inselchen. Mach alle Meter mal Halt, knipse Fotos, fahr weiter, halte wieder an, und so weiter. Die Insel ist komplett vulkanisch, am Strand haben die Felsformationen allerhand Einschlüsse, der "Sand" besteht aus Korallen, wenn man genau hinsieht, entdeckt man kleine Krebse (und springende Shrimps!) und im Wald tummelt sich das ein oder andere Reh.
Gegen 22 Uhr mache ich mich auf zum Hot Spring. Man kann im Becken sitzen und den Sternenhimmel beobachten, heißt es. Und so mache ich das dann auch. Fast noch schöner finde ich allerdings den Heimweg. Auch wenn ich sehr darauf achten muss, keine Frösche zu überfahren, denn die kommen nachts raus und hüpfen sehr suizidal über die Straße.
Irgendwann, und ich weiß garnicht mehr warum, ich glaub ich wollte mir die Sterne ansehen, halte ich am Straßenrand an und mache das Licht aus. Es ist stockduster. Und auf einmal sehe ich es überall um mich herum funkeln. Glühwürmchen! Da gabs Glühwürmchen! Ich werd nimmer...
An Tag 2 laufe ich im Hostel einem Mädel über den Weg. Theresa aus Tschechien. Sie ist glaube ich schon einen Tag länger da, hat aber schon alles ausgekaspert. Den Tag verbringen wir zusammen. Wir wollen die Hiking Trails der Insel erkunden. Unterwegs machen wir unzählige Bilder von Riesenspinnen, Leguanen und Schmetterlingen. Diese tollen riesigen Schmetterlinge, die manchmal ohne mit den Flügeln zu flappen einfach durch die Luft segeln und sich vom Wind tragen lassen.
Doch irgendwann sehen wir auch unsere erste Schlange und ab da kucken wir peinlich genau auf den Boden. Das ist so lange kein Stress wie der Weg schön breit und gepflastert vor uns liegt. Aber kurz darauf wird er schmaler, und die Pflanzen wuchern von beiden Seiten in den Weg hinein.
Aber ich merk schon... Theresa ist outdoorerprobt. Die wilden Wälder Tschechiens sind wohl von einem anderen Kaliber als der deutsche Normalwald. So schnappt sie sich den nächstbesten Bengel am Wegesrand und ab sofort wird in jedes Grasbüschel, das zu weit in den Weg hineinragt beherzt draufgeschlagen. Gegen die Schlangen. Ich fühl mich sicher. Einmal treffen wir andere Menschen auf dem Weg. Ansonsten sind wir - wie so oft - ganz allein.
Für den nächsten Tag nehmen wir uns das Gefängnis vor. - Ja auch das hat Green Island zu bieten. Geschichte. Hier war nämlich eine Art Alcatraz, in dem das KMT Regime politische Gegner "umerziehen" ließ. Sogar das Gefängnis hat einen poetischen Namen: Oasis Villa. In diesem Fall ist er aber durchaus zynisch. Abends im Hostel gesellt sich Ebba zu uns, eine Deutsche, und den letzten halben Tag unternehmen wir zu dritt etwas.
Mal wieder hat Theresa die perfekte location in petto. "Blue Lagoon". Das klingt nicht nur, wie aus dem Erotikfilm, das ist auch genauso geil. Wir parken am Strand und klettern über das Vulkangestein und tatsächlich! Da ist eine kleine Lagune. Tief genug zum baden, in den herrlichsten Blau- und Grüntönen schimmernd, und keine Menschenseele weit und breit! 10 Meter weiter prallt die geballte Wucht des wilden Pazifiks an die Steilklippen, das Wasser donnert hier tiefblau an die schwarzen Felsen und zerstäubt mit weißer Gischt wieder in den Ozean zurück.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch ca. 10 Minuten, bis ich zum Roller laufen, gen Hostel fahren, duschen, auschecken, zum Hafen düsen und wieder aufs Boot muss... Hier hätt ichs locker ne Woche ausgehalten... Man halte fest: Green Island, absolutes Highlight(!!) von Taiwan bis jetzt, und definitiv in den Top 3 der gesamten Reise überhaupt.
Zwischenstop In Taitung - unverhofft kommt oft
Nachdem ich Casdeen überredet habe, dass es besser ist, wenn er alleine mit dem Roller zurück nach Kaohsiung (jetzt hab ich "Gaushong" doch mal gegoogelt) zurückfährt, setze ich mich in einen Bus nach... einem Ort, dessen Name ich ebenfalls vergessen habe, um einen Zug nach Taitung (gesprochen Taidong) zu nehmen.
Also chinesisch wird nicht mein bester Freund. Man tut sich teilweise schwer, die Orte, für die man ein Hotel buchen will in die Suchmaschine einzutippen, weil Schreibweisen und Aussprachen von Orten wild variieren, teilweise für einen Ort mehrere Schreibweisen gelten, und das ganze dann nochmal anders ausgesprochen wird. Wuaaaahhh. Phonetisches russisch Roulette, gepaart mit Analphabetismus.
Aber Agoda kennt Green Island (Google nicht! Kein Scheiß!). Zum Glück. Leider ist langes Wochenende, und die Preise auf der Insel sind unschön hoch, was mich dazu zwingt, eine Nacht Zwischenstop in Taitung einzulegen.
Und das mache ich nicht gerne, denn wenn ein Reiseführer schonmal keine lobenden Worte mehr für einen Ort übrig hat... Darin steht soviel wie "Fahr da bloß nicht hin, da gibt's nur viel Verkehr und sonst garnix, sogar der Bahnhof liegt außerhalb und die Sehenswürdigkeiten kann man sich eh sparen." Ui.
Also buche ich missmutig ein Bed and Breakfast in Bahnhofsnähe und hoffe, dass der Tag irgendwie rumgeht. Und mal wieder kommt es anders. Die Besitzer des Magic Seed B&B sind super nett, mein 4-Bett Dorm entpuppt sich als 2-Bett Zimmer, und ich bin darin der einzige Gast. Dazu habe ich ein riesiges Bad. Kann man nicht meckern.
Als ich mich auf in die Stadt machen will (die auf dem Flyer ebenfalls so einiges zu bieten scheint) werde ich von einer Taiwanerin - ebenfalls Gast - auf deutsch angesprochen. Sie und ihr Mann (Ralf aus Heidelberg) und ihre Tochter machen hier gerade Urlaub. Treffen sich später noch mit Freunden, was essen und in den Hot Spring. Ob ich mitwill...? Da lasse ich mich garnicht erst 2 Mal bitten. Ich werde mit ins Auto gesetzt und wir fahren in diesen Laden mit dem sehr unfreundlichen Besitzerehepaar aber diesem wahnsinnig leckeren Essen. Am besten schmeckt mir das Blätterteigröllchen mit Schweinefleisch und sauren Gurken. Das taiwanische Äquivalent zum Döner. Danach geht's in einen Hot Spring. Meinen ersten auf der Reise.
Und Vivi und Ralf sind so nett, dass sie mich am nächsten Morgen auch gleich mit an den Hafen nach Fu Gang mitnehmen, denn dort legt die Fähre nach Green Island ab, und auch die Zimmerpreise sind dort wieder erschwinglich.
Also chinesisch wird nicht mein bester Freund. Man tut sich teilweise schwer, die Orte, für die man ein Hotel buchen will in die Suchmaschine einzutippen, weil Schreibweisen und Aussprachen von Orten wild variieren, teilweise für einen Ort mehrere Schreibweisen gelten, und das ganze dann nochmal anders ausgesprochen wird. Wuaaaahhh. Phonetisches russisch Roulette, gepaart mit Analphabetismus.
Aber Agoda kennt Green Island (Google nicht! Kein Scheiß!). Zum Glück. Leider ist langes Wochenende, und die Preise auf der Insel sind unschön hoch, was mich dazu zwingt, eine Nacht Zwischenstop in Taitung einzulegen.
Und das mache ich nicht gerne, denn wenn ein Reiseführer schonmal keine lobenden Worte mehr für einen Ort übrig hat... Darin steht soviel wie "Fahr da bloß nicht hin, da gibt's nur viel Verkehr und sonst garnix, sogar der Bahnhof liegt außerhalb und die Sehenswürdigkeiten kann man sich eh sparen." Ui.
Also buche ich missmutig ein Bed and Breakfast in Bahnhofsnähe und hoffe, dass der Tag irgendwie rumgeht. Und mal wieder kommt es anders. Die Besitzer des Magic Seed B&B sind super nett, mein 4-Bett Dorm entpuppt sich als 2-Bett Zimmer, und ich bin darin der einzige Gast. Dazu habe ich ein riesiges Bad. Kann man nicht meckern.
Als ich mich auf in die Stadt machen will (die auf dem Flyer ebenfalls so einiges zu bieten scheint) werde ich von einer Taiwanerin - ebenfalls Gast - auf deutsch angesprochen. Sie und ihr Mann (Ralf aus Heidelberg) und ihre Tochter machen hier gerade Urlaub. Treffen sich später noch mit Freunden, was essen und in den Hot Spring. Ob ich mitwill...? Da lasse ich mich garnicht erst 2 Mal bitten. Ich werde mit ins Auto gesetzt und wir fahren in diesen Laden mit dem sehr unfreundlichen Besitzerehepaar aber diesem wahnsinnig leckeren Essen. Am besten schmeckt mir das Blätterteigröllchen mit Schweinefleisch und sauren Gurken. Das taiwanische Äquivalent zum Döner. Danach geht's in einen Hot Spring. Meinen ersten auf der Reise.
Und Vivi und Ralf sind so nett, dass sie mich am nächsten Morgen auch gleich mit an den Hafen nach Fu Gang mitnehmen, denn dort legt die Fähre nach Green Island ab, und auch die Zimmerpreise sind dort wieder erschwinglich.
Taiwan - was bisher geschah...
Wenn man über die Taiwaner eines sagen kann, dann dass sie ein absolut freundliches und hilfsbereites Völkchen sind. Die einzigen wirklich frustrierenden Erfahrungen die ich bisher machen musste basierten auf Kommunikationsschwierigkeiten.
Für das ultimative Reiseerlebnis empfehlen sich 2-3 Brocken Mandarin. Sonst kann es schon mal passieren, dass man sich auf einen bestellten Salat freut und dann einen Teller mit mariniertem Tintenfisch vorgesetzt bekommt.
Davon abgesehen ist Taiwan das so ziemlich schönste Land der Reise. Der Überraschungsjoker sozusagen. Und vielleicht auch deswegen weil ich keine bestimmte Erwartungshaltung hatte. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, können schon mal keine Träume zerstört werden. Aber das alleine klingt jetzt zu negativ. Man darf durchaus anspruchsvoll sein, wenn man hierher reist.
Vor allem begeistert mich immer wieder die Natur. Und im Gegensatz zu anderen gehypten Destinationen kann es vorkommen, dass man mutterseelenallein vor einem atemberaubenden Naturwunder steht und sein Glück garnicht fassen kann. Gebannt aufs Meer starrt, wie sich die Wellen an den Steinklippen brechen und die Gischt weiß schäumt und brodelt.
Man lässt sich an die Gegenwart fesseln und schaut einfach mal zu.
Aber der Reihe nach... Ich hab ein bisschen getrödelt mit dem Schreiben, deswegen stecke ich chronologisch immer noch in Taipeh fest, obwohl ich längst ein ganz anderes Highlight auserkoren habe.
Taipeh, Yangmingshan. Das war am....Ostermontag. Ein herrlich milder und sonniger Tag. Zusammen mit Delia und Casdeen, meinen beiden Taiwanern mache ich mich auf.
Taipeh ist eine der wenigen Städte, die innerhalb der Stadtgrenzen einen Naturpark haben (man kann mit Ubahn und Bus hinfahren!). Nach ein paar mal Umsteigen und nach dem Weg fragen stehen wir auf dem Berg, sehen Kühen beim grasen zu und laufen den ausgeschriebenen Rundwegen nach. Wir kommen an einem schönen Wasserfall und einer Hängebrücke vorbei. Auf den Wiesen werden unzählige Hochzeitsfotos geschossen. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Alle Wege sind wunderbar beschildert, sogar zweisprachig. Und als wir denken es war genug Natur für einen Tag, setzen wir uns wieder in den Bus und fahren zurück zum Shilin Night Market und futtern uns durch bis wir keinen Hunger mehr haben. Frittierter Oktopustentakel, Süßkartoffelbällchen, Jakobsmuscheln und Austern mit Maracujacreme. Und einmal mehr plant sich die nächste Reiseetappe wie von selbst.
Casdeen erzählt mir vom Spring Scream Festival, das Anfang April in Kenting, also am südlichsten Zipfel Taiwans, sein soll. Ich checke die Lage hinsichtlich Hostels und entdecke genau eines im Umkreis von 20km, das noch genau 2 bezahlbare Betten im Dorm verfügbar hat. Das deute ich als Wink des Schicksals.
Da das Festival noch ne kleine Weile hin ist, verbringe ich 2 Nächte dazwischen in Tainan, ehemaliger Hauptstadt von Taiwan. Gleich nach meiner 5 stündigen Busfahrt dorthin, werde ich von einem freundlichen Typen angequatscht, der mir zu guten Konditionen einen E-Roller vermietet. Mobil bin ich also auch.
Tag 1 widme ich einer Tempeltour. Konfuzius und Co. werden gnadenlos abgegrast und ich stelle fest, dass auch die Tempel in Taiwan erfrischend anders sind als im Rest von Asien. Die Figuren darin sind meist düster, mit Grimassen, aus dunklem Holz, es riecht herrlich nach Räucherstäbchen und man kann allerhand skurriler Riten beobachten.
So hat jeder Tempel einen kleinen Ofen, in dem Menschen munter gelbes Papier verbrennen. Als ich frage, was es damit auf sich hat, wird mir gesagt, das sei Papiergeld für die Ahnen. Wenn man es verbrennt, kommt es mit dem Rauch ins Jenseits und kann dort verprasst werden. Interessantes Konzept. Einmal liegt so ein "Geldschein" auf dem Boden rum. Ein Pferd und ein Männchen ist drauf. Damit kann man sich dann ein Pferd kaufen im Jenseits, und einen, der es füttert. Aha... Und im August machen alle Ahnen Urlaub auf der Erde, dann wird zusätzlich Essen gespendet... Das ist doch mal was anderes, als alle 2 Meter über nen Buddha zu stolpern.
Tag 2 widme ich einem anderen Stadtteil, dessen Hauptattraktion ein Haus ist, das komplett von Banyanbäumen überwuchert ist. Das sind die gleichen, die auch in Angkor in den Tempeln wachsen. Und sieht ziemlich cool aus, wenn sich diese Wurzeln durch das Mauerwerk kämpfen.
An Tag 3 treffe ich Casdeen am Bahnhof und wir fahren mit dem Zug nach... Ähm... Gaushong oder so. Vergess ich immer. Aber is auch Wurschd, weil wir da nur nen Roller ausleihen um schnell nach Kenting runterzufahren. Dauert ne Stunde sagt Casdeen. Und weil er Local ist, glaube ich ihm das natürlich. Dreieinhalb(!!!) Stunden später erreichen wir Kenting. Ich mit meinem 12 Kilo Rucksack und einem zu großen Helm als Sozius. Mit Zahlen hats der Gute wohl nicht so. Aber gut. Wir sind da. Und das Hostel hätt ich ohne ihn wahrscheinlich auch nicht gefunden.
Die nächsten 3 Tage verbringen wir abends jeweils am Festival und tagsüber in der Umgebung. Das Springscream ist ganz witzig. Angepriesen als Festival mit über 200 Bands hat es 5 Stages, jede davon so klein, dass man bei jedem Auftritt in der ersten Reihe - oder gleich auf der Bühne - stehen kann wenn man das will. Dazwischen gibt es Chill Areas und Stände die Essen und Hippiekram verkaufen. Ihr wisst schon... Selbergehäkeltes und so. Der schönste Tag war der, den wir in der Forest Recreation Area verbracht haben. Zwar kostet dieser Wald Eintritt, aber man wird mit schönen Wanderwegen, tollen Bäumen (ja, wirklich!) und anderen Naturphänomenen belohnt. Und die Taiwaner sind sehr kreativ, was die Namensgebung ihrer Naturschönheiten angeht. So waren wir am "Fairy Cave" also der Feenhöhle, danach am "Silver Dragon Cave" danach am "Cliff of Apes" und an der " One line Sky". Es ist wie bei einem raffiniert verschnürten Geschenk. Nicht nur schön ansich, sondern auch sehr geil verpackt. Und wie von selbst plant sich auch mal wieder die nächste Etappe der Reise. Ich soll mir Green Island anschauen, rät mir Casdeen, da isses echt schön. Also guuuut.
Für das ultimative Reiseerlebnis empfehlen sich 2-3 Brocken Mandarin. Sonst kann es schon mal passieren, dass man sich auf einen bestellten Salat freut und dann einen Teller mit mariniertem Tintenfisch vorgesetzt bekommt.
Davon abgesehen ist Taiwan das so ziemlich schönste Land der Reise. Der Überraschungsjoker sozusagen. Und vielleicht auch deswegen weil ich keine bestimmte Erwartungshaltung hatte. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, können schon mal keine Träume zerstört werden. Aber das alleine klingt jetzt zu negativ. Man darf durchaus anspruchsvoll sein, wenn man hierher reist.
Vor allem begeistert mich immer wieder die Natur. Und im Gegensatz zu anderen gehypten Destinationen kann es vorkommen, dass man mutterseelenallein vor einem atemberaubenden Naturwunder steht und sein Glück garnicht fassen kann. Gebannt aufs Meer starrt, wie sich die Wellen an den Steinklippen brechen und die Gischt weiß schäumt und brodelt.
Man lässt sich an die Gegenwart fesseln und schaut einfach mal zu.
Aber der Reihe nach... Ich hab ein bisschen getrödelt mit dem Schreiben, deswegen stecke ich chronologisch immer noch in Taipeh fest, obwohl ich längst ein ganz anderes Highlight auserkoren habe.
Taipeh, Yangmingshan. Das war am....Ostermontag. Ein herrlich milder und sonniger Tag. Zusammen mit Delia und Casdeen, meinen beiden Taiwanern mache ich mich auf.
Taipeh ist eine der wenigen Städte, die innerhalb der Stadtgrenzen einen Naturpark haben (man kann mit Ubahn und Bus hinfahren!). Nach ein paar mal Umsteigen und nach dem Weg fragen stehen wir auf dem Berg, sehen Kühen beim grasen zu und laufen den ausgeschriebenen Rundwegen nach. Wir kommen an einem schönen Wasserfall und einer Hängebrücke vorbei. Auf den Wiesen werden unzählige Hochzeitsfotos geschossen. Verlaufen kann man sich eigentlich nicht. Alle Wege sind wunderbar beschildert, sogar zweisprachig. Und als wir denken es war genug Natur für einen Tag, setzen wir uns wieder in den Bus und fahren zurück zum Shilin Night Market und futtern uns durch bis wir keinen Hunger mehr haben. Frittierter Oktopustentakel, Süßkartoffelbällchen, Jakobsmuscheln und Austern mit Maracujacreme. Und einmal mehr plant sich die nächste Reiseetappe wie von selbst.
Casdeen erzählt mir vom Spring Scream Festival, das Anfang April in Kenting, also am südlichsten Zipfel Taiwans, sein soll. Ich checke die Lage hinsichtlich Hostels und entdecke genau eines im Umkreis von 20km, das noch genau 2 bezahlbare Betten im Dorm verfügbar hat. Das deute ich als Wink des Schicksals.
Da das Festival noch ne kleine Weile hin ist, verbringe ich 2 Nächte dazwischen in Tainan, ehemaliger Hauptstadt von Taiwan. Gleich nach meiner 5 stündigen Busfahrt dorthin, werde ich von einem freundlichen Typen angequatscht, der mir zu guten Konditionen einen E-Roller vermietet. Mobil bin ich also auch.
Tag 1 widme ich einer Tempeltour. Konfuzius und Co. werden gnadenlos abgegrast und ich stelle fest, dass auch die Tempel in Taiwan erfrischend anders sind als im Rest von Asien. Die Figuren darin sind meist düster, mit Grimassen, aus dunklem Holz, es riecht herrlich nach Räucherstäbchen und man kann allerhand skurriler Riten beobachten.
So hat jeder Tempel einen kleinen Ofen, in dem Menschen munter gelbes Papier verbrennen. Als ich frage, was es damit auf sich hat, wird mir gesagt, das sei Papiergeld für die Ahnen. Wenn man es verbrennt, kommt es mit dem Rauch ins Jenseits und kann dort verprasst werden. Interessantes Konzept. Einmal liegt so ein "Geldschein" auf dem Boden rum. Ein Pferd und ein Männchen ist drauf. Damit kann man sich dann ein Pferd kaufen im Jenseits, und einen, der es füttert. Aha... Und im August machen alle Ahnen Urlaub auf der Erde, dann wird zusätzlich Essen gespendet... Das ist doch mal was anderes, als alle 2 Meter über nen Buddha zu stolpern.
Tag 2 widme ich einem anderen Stadtteil, dessen Hauptattraktion ein Haus ist, das komplett von Banyanbäumen überwuchert ist. Das sind die gleichen, die auch in Angkor in den Tempeln wachsen. Und sieht ziemlich cool aus, wenn sich diese Wurzeln durch das Mauerwerk kämpfen.
An Tag 3 treffe ich Casdeen am Bahnhof und wir fahren mit dem Zug nach... Ähm... Gaushong oder so. Vergess ich immer. Aber is auch Wurschd, weil wir da nur nen Roller ausleihen um schnell nach Kenting runterzufahren. Dauert ne Stunde sagt Casdeen. Und weil er Local ist, glaube ich ihm das natürlich. Dreieinhalb(!!!) Stunden später erreichen wir Kenting. Ich mit meinem 12 Kilo Rucksack und einem zu großen Helm als Sozius. Mit Zahlen hats der Gute wohl nicht so. Aber gut. Wir sind da. Und das Hostel hätt ich ohne ihn wahrscheinlich auch nicht gefunden.
Die nächsten 3 Tage verbringen wir abends jeweils am Festival und tagsüber in der Umgebung. Das Springscream ist ganz witzig. Angepriesen als Festival mit über 200 Bands hat es 5 Stages, jede davon so klein, dass man bei jedem Auftritt in der ersten Reihe - oder gleich auf der Bühne - stehen kann wenn man das will. Dazwischen gibt es Chill Areas und Stände die Essen und Hippiekram verkaufen. Ihr wisst schon... Selbergehäkeltes und so. Der schönste Tag war der, den wir in der Forest Recreation Area verbracht haben. Zwar kostet dieser Wald Eintritt, aber man wird mit schönen Wanderwegen, tollen Bäumen (ja, wirklich!) und anderen Naturphänomenen belohnt. Und die Taiwaner sind sehr kreativ, was die Namensgebung ihrer Naturschönheiten angeht. So waren wir am "Fairy Cave" also der Feenhöhle, danach am "Silver Dragon Cave" danach am "Cliff of Apes" und an der " One line Sky". Es ist wie bei einem raffiniert verschnürten Geschenk. Nicht nur schön ansich, sondern auch sehr geil verpackt. Und wie von selbst plant sich auch mal wieder die nächste Etappe der Reise. Ich soll mir Green Island anschauen, rät mir Casdeen, da isses echt schön. Also guuuut.
Samstag, 9. April 2016
Formidables Formosa
Als der Flieger nach etwas mehr als 4 Stunden in den Sinkflug über Taipeh geht, fühlt es sich an, wie in Frankfurt zu landen. Sonnig ist es nur über der geschlossenen Wolkendecke. Darunter empfängt mich grau. Grau nass und kalt. Jetzt habe ich mir das ja irgendwie gewünscht, sage ich mir. Aber so wirklich glücklich bin ich darüber nicht.
In Bangkok hatte ich mir am Abflugmorgen eine meiner Plusterhosen angezogen und ein Tshirt, meine nackigen Füße stecken in Birkenstocksandalen. Aus meinem Rucksack am Gepäckband krame ich mir dazu schnell Fleecepulli und Windjacke. Bei der 2-stündigen Fährt ins Zentrum fange ich trotzdem das frösteln an. Es ist 19 Uhr abends, als wir am Bahnhof einrollen. Es regnet, hat 12 Grad und ich habe den ganzen Tag nichts zu essen bekommen. Was hab ich nur getan?? Hier ist alles voll garstig.
Als ich nach einer Suppe am Bahnhof zumindest eines meiner 3 Probleme behoben habe, watschle ich mit einem neuen Knirps gen Hotel und heule mich per Skype beim Sandi aus.
Alles ned so tragisch, beschwichtigt er mich, ich soll jetzt mal warm duschen, ne Nacht drüber schlafen und dann wird das schon wieder.
Und wie er recht behalten sollte...
Nach einer heißen Dusche fühle ich mich tatsächlich etwas besser, und mein Bett hat - ein Daunenkissen!!! Mit Federn! Versöhnt moffle ich mich in den Schlaf.
Am nächsten Morgen sagt man mir an der Rezeption, dass ich nicht verlängern kann, weil ausgebucht ist. Ein neues Hostel muss her. Als ich auf die Straße trete bin ich plötzlich im Sonnenschein. Ich frühstücke ein Schinken Käse Croissant, und mir geht es dabei schon sehr viel besser.
Als nächstes buche ich ein neues Hostel und ziehe mit Sack und Pack um. Das "Oxygen" liegt direkt neben dem 228 Memorial Park, und da ich das erste Mal überhaupt vorab das Geschichtskapitel meines Lonely Planet gelesen habe, weiß ich sogar grob, was ich mir da ansehe.
Exkurs - Jüngere Taiwanische Geschichte
(Ohne Anspruch auf ultimative Richtigkeit)
Taiwans strategisch günstige Lage im Pazifik hat immer wieder zu Kolonialisierungen geführt. Erst durch Holland, dann durch Japan.
Im Sino-Japanischen Krieg, den Japan verlor, fiel Taiwan dann an die Chinesen. Das war glaube ich zeitgleich mit dem 2. Weltkrieg. (Na gut, so intensiv hab ichs doch nicht gelesen...)
Auch China - obwohl ein Großteil der taiwanischen Bevölkerung aus Exilchinesen besteht, behandelte Taiwan als Kolonie und Ressourcenlieferant. De facto wurden viele Annehmlichkeiten aus der japanischen Kolonialisierung (Müllabfuhr, usw.) unter den Chinesen wieder vernachlässigt.
Die chinesischen Besatzer waren die Kuomintang (KMT) unter Chiang Kai Shek, dessen Ziel es war, Taiwan chinesisch zu machen.
Gleichzeitig gab es aber innerhalb von China Machtkämpfe zwischen den KMT und den Kommunisten. Die Kommunisten (Mao & Co.) haben diesen Machtkampf für sich entschieden und die KMT flüchteten nach Taiwan.
Die KMT Diktatur hielt an bis in die späten 80er Jahre. Seither ist Taiwan eine Demokratie mit freien Wahlen und allem. De facto unabhängig. Aber nur fast. China sieht Taiwan nicht als eigenen Staat an, was auch der Grund ist, warum es in Taiwan zum Beispiel keine deutsche Botschaft gibt.
Allerdings wären die Taiwaner gerne unabhängig. Wirklich leiden kann man die "Mainlanders", die immer in Rudeln und im 200m Umkreis eines Reisebusses auftreten, hier nicht.
Und der 228 Incident.... Den kann man sicher auch auf Wikipedia nachlesen.
Im 2-28 Museum laufe ich an einem Tisch vorbei, an dem ältere Damen aus Papier Blumen basteln. "FREE" steht an einem Schild auf dem Tisch.
Ich setze mich dazu und tatsächlich bekomme ich von einer Dame erklärt, wie man eine solche Blume (Lilien, glaube ich) bastelt. Ich finde es interessant und habe gefühlt sein dem Kindergarten nichts mehr gebastelt, voll toll!! Aber die erste Blume wird mir immer wieder aus der Hand genommen.
Das hier ist nichts für Kleinkinder, sondern hochwissenschaftlich. 3 gelbe Fruchtstempel brauche ich, daneben 5 braune. Die braunen müssen exakt 5mm unter und kreisförmig um den gelben Stempel platziert werden.
Ich werde dabei genauestens observiert. Ich brauche 6 Blütenblätter, 3 davon konzentrisch um das Stempelkonstrukt, die anderen 3 in die Lücken dazwischen, oben müssen sie genau mit dem gelben Stempel abschließen... Etc. etc.
Wie gesagt, so eine Blume will schon liebevoll gebastelt sein.
Etwas trotzig mache ich nach der ersten noch eine 2. weil Blume 1 streng genommen meine Lehrerin gebastelt hat. Als ich fertig bin wird eine 3. Blüte dazuarrangiert, das Ganze wird kunstvoll geknickt und mir mitgegeben. Danach mache ich noch ein paar Fotos mit den Damen und trete glücklich wieder in den Park hinaus. Die sind ja nett.
Auch im Memorial Park selbst freut mich, was ich sehe. Die Menschen hier sind ein bisschen schrullig. Opis machen Tai Chi, andere spielen Kreisel, füttern Eichhörnchen, oder führen ihre Katzen an der Leine spazieren. Mir gefällt das. Hier macht jeder sein eigenes Ding. Am Ende des Parks steht ein weiteres Museum, und mit meiner Eintrittskarte komme ich sogar noch in ein drittes, gegenüberliegendes. Dort sehe ich - ebenfalls nach einer Ewigkeit - Dinoskelette. Im Museumscafe bestelle ich Waffeln mit Früchten und bekomme Waffeln mich Früchten und Cocktailtomaten, daneben komme ich mit einem Taiwaner ins Gespräch. Er malt mir sofort ein paar Kanjis auf einen Zettel, und sagt, dass sich an der Haltestelle mit diesem Namen einen Nachtmarkt finde und außerdem einen Berg besteigen kann. Mitten in Taipeh quasi. Glücklich schlendere ich durch eine Shopping-Seitenstraße wo ich in der Umkleide ebenfalls Begegnung mit einer ganz unorthodoxen Verkäuferin ohne jegliche Berührungsängste mache. (Sie versucht mich in irgendwas reinzuzwängen, das Größe L hat - leicht frustrierend aber irgendwie lustig.) Am Abend melde ich mich für das Pub Crawl an und mache Bekanntschaft mit der Kneipen und Clubszene Taipehs, sehe ein Karaoke Taxi, und lerne Casdeen, einen kleinen pfiffigen Taiwaner kennen. Am folgenden Tag mache ich gleich den nächsten Stadtspaziergang mit, der mich und einige weitere durch ein Fressviertel und schließlich vor das Chiang Kai Shek Memorial führt. Außer einer kleinen Handvoll Ausländern ist auch eine Gruppe taiwanischer Studentinnen mit von der Partie, die von ihren Dozenten aufgetragen bekommen haben, ihr Englisch auszuprobieren. In der Praxis redet eine, die anderen stehen etwas schüchtern lächelnd daneben. Aber als das Ende der Veranstaltung naht zückt jede nochmal kurz ihr Smartphone, macht ein Memorial-Selfie mit mir und addet mich auf Facebook. Weswegen ich jetzt ca. 8 neue Freundinnen habe, die ich so garnicht zuordnen kann. :) Es ist schon dunkel als ich auf den Xiangshan Elefantenberg klettere, um einen guten Blick auf das Taipei 101 zu erhaschen. Zurück im Hostel werde ich von Delia, die an der Rezeption arbeitet, ganz freudig begrüßt. Was ich morgen vorhabe, frägt sie mich. Öhm.... Nix. Ob ich mit ihr auf den Yangmingshan will? Weil sie hätte morgen frei, und sie würd gern mit mir hin... Wahnsinn, denk ich. Nichtmal um die Reiseplanung muss ich mich wirklich kümmern. Ich sage zu, und freue mich.
In Bangkok hatte ich mir am Abflugmorgen eine meiner Plusterhosen angezogen und ein Tshirt, meine nackigen Füße stecken in Birkenstocksandalen. Aus meinem Rucksack am Gepäckband krame ich mir dazu schnell Fleecepulli und Windjacke. Bei der 2-stündigen Fährt ins Zentrum fange ich trotzdem das frösteln an. Es ist 19 Uhr abends, als wir am Bahnhof einrollen. Es regnet, hat 12 Grad und ich habe den ganzen Tag nichts zu essen bekommen. Was hab ich nur getan?? Hier ist alles voll garstig.
Als ich nach einer Suppe am Bahnhof zumindest eines meiner 3 Probleme behoben habe, watschle ich mit einem neuen Knirps gen Hotel und heule mich per Skype beim Sandi aus.
Alles ned so tragisch, beschwichtigt er mich, ich soll jetzt mal warm duschen, ne Nacht drüber schlafen und dann wird das schon wieder.
Und wie er recht behalten sollte...
Nach einer heißen Dusche fühle ich mich tatsächlich etwas besser, und mein Bett hat - ein Daunenkissen!!! Mit Federn! Versöhnt moffle ich mich in den Schlaf.
Am nächsten Morgen sagt man mir an der Rezeption, dass ich nicht verlängern kann, weil ausgebucht ist. Ein neues Hostel muss her. Als ich auf die Straße trete bin ich plötzlich im Sonnenschein. Ich frühstücke ein Schinken Käse Croissant, und mir geht es dabei schon sehr viel besser.
Als nächstes buche ich ein neues Hostel und ziehe mit Sack und Pack um. Das "Oxygen" liegt direkt neben dem 228 Memorial Park, und da ich das erste Mal überhaupt vorab das Geschichtskapitel meines Lonely Planet gelesen habe, weiß ich sogar grob, was ich mir da ansehe.
Exkurs - Jüngere Taiwanische Geschichte
(Ohne Anspruch auf ultimative Richtigkeit)
Taiwans strategisch günstige Lage im Pazifik hat immer wieder zu Kolonialisierungen geführt. Erst durch Holland, dann durch Japan.
Im Sino-Japanischen Krieg, den Japan verlor, fiel Taiwan dann an die Chinesen. Das war glaube ich zeitgleich mit dem 2. Weltkrieg. (Na gut, so intensiv hab ichs doch nicht gelesen...)
Auch China - obwohl ein Großteil der taiwanischen Bevölkerung aus Exilchinesen besteht, behandelte Taiwan als Kolonie und Ressourcenlieferant. De facto wurden viele Annehmlichkeiten aus der japanischen Kolonialisierung (Müllabfuhr, usw.) unter den Chinesen wieder vernachlässigt.
Die chinesischen Besatzer waren die Kuomintang (KMT) unter Chiang Kai Shek, dessen Ziel es war, Taiwan chinesisch zu machen.
Gleichzeitig gab es aber innerhalb von China Machtkämpfe zwischen den KMT und den Kommunisten. Die Kommunisten (Mao & Co.) haben diesen Machtkampf für sich entschieden und die KMT flüchteten nach Taiwan.
Die KMT Diktatur hielt an bis in die späten 80er Jahre. Seither ist Taiwan eine Demokratie mit freien Wahlen und allem. De facto unabhängig. Aber nur fast. China sieht Taiwan nicht als eigenen Staat an, was auch der Grund ist, warum es in Taiwan zum Beispiel keine deutsche Botschaft gibt.
Allerdings wären die Taiwaner gerne unabhängig. Wirklich leiden kann man die "Mainlanders", die immer in Rudeln und im 200m Umkreis eines Reisebusses auftreten, hier nicht.
Und der 228 Incident.... Den kann man sicher auch auf Wikipedia nachlesen.
Im 2-28 Museum laufe ich an einem Tisch vorbei, an dem ältere Damen aus Papier Blumen basteln. "FREE" steht an einem Schild auf dem Tisch.
Ich setze mich dazu und tatsächlich bekomme ich von einer Dame erklärt, wie man eine solche Blume (Lilien, glaube ich) bastelt. Ich finde es interessant und habe gefühlt sein dem Kindergarten nichts mehr gebastelt, voll toll!! Aber die erste Blume wird mir immer wieder aus der Hand genommen.
Das hier ist nichts für Kleinkinder, sondern hochwissenschaftlich. 3 gelbe Fruchtstempel brauche ich, daneben 5 braune. Die braunen müssen exakt 5mm unter und kreisförmig um den gelben Stempel platziert werden.
Ich werde dabei genauestens observiert. Ich brauche 6 Blütenblätter, 3 davon konzentrisch um das Stempelkonstrukt, die anderen 3 in die Lücken dazwischen, oben müssen sie genau mit dem gelben Stempel abschließen... Etc. etc.
Wie gesagt, so eine Blume will schon liebevoll gebastelt sein.
Etwas trotzig mache ich nach der ersten noch eine 2. weil Blume 1 streng genommen meine Lehrerin gebastelt hat. Als ich fertig bin wird eine 3. Blüte dazuarrangiert, das Ganze wird kunstvoll geknickt und mir mitgegeben. Danach mache ich noch ein paar Fotos mit den Damen und trete glücklich wieder in den Park hinaus. Die sind ja nett.
Auch im Memorial Park selbst freut mich, was ich sehe. Die Menschen hier sind ein bisschen schrullig. Opis machen Tai Chi, andere spielen Kreisel, füttern Eichhörnchen, oder führen ihre Katzen an der Leine spazieren. Mir gefällt das. Hier macht jeder sein eigenes Ding. Am Ende des Parks steht ein weiteres Museum, und mit meiner Eintrittskarte komme ich sogar noch in ein drittes, gegenüberliegendes. Dort sehe ich - ebenfalls nach einer Ewigkeit - Dinoskelette. Im Museumscafe bestelle ich Waffeln mit Früchten und bekomme Waffeln mich Früchten und Cocktailtomaten, daneben komme ich mit einem Taiwaner ins Gespräch. Er malt mir sofort ein paar Kanjis auf einen Zettel, und sagt, dass sich an der Haltestelle mit diesem Namen einen Nachtmarkt finde und außerdem einen Berg besteigen kann. Mitten in Taipeh quasi. Glücklich schlendere ich durch eine Shopping-Seitenstraße wo ich in der Umkleide ebenfalls Begegnung mit einer ganz unorthodoxen Verkäuferin ohne jegliche Berührungsängste mache. (Sie versucht mich in irgendwas reinzuzwängen, das Größe L hat - leicht frustrierend aber irgendwie lustig.) Am Abend melde ich mich für das Pub Crawl an und mache Bekanntschaft mit der Kneipen und Clubszene Taipehs, sehe ein Karaoke Taxi, und lerne Casdeen, einen kleinen pfiffigen Taiwaner kennen. Am folgenden Tag mache ich gleich den nächsten Stadtspaziergang mit, der mich und einige weitere durch ein Fressviertel und schließlich vor das Chiang Kai Shek Memorial führt. Außer einer kleinen Handvoll Ausländern ist auch eine Gruppe taiwanischer Studentinnen mit von der Partie, die von ihren Dozenten aufgetragen bekommen haben, ihr Englisch auszuprobieren. In der Praxis redet eine, die anderen stehen etwas schüchtern lächelnd daneben. Aber als das Ende der Veranstaltung naht zückt jede nochmal kurz ihr Smartphone, macht ein Memorial-Selfie mit mir und addet mich auf Facebook. Weswegen ich jetzt ca. 8 neue Freundinnen habe, die ich so garnicht zuordnen kann. :) Es ist schon dunkel als ich auf den Xiangshan Elefantenberg klettere, um einen guten Blick auf das Taipei 101 zu erhaschen. Zurück im Hostel werde ich von Delia, die an der Rezeption arbeitet, ganz freudig begrüßt. Was ich morgen vorhabe, frägt sie mich. Öhm.... Nix. Ob ich mit ihr auf den Yangmingshan will? Weil sie hätte morgen frei, und sie würd gern mit mir hin... Wahnsinn, denk ich. Nichtmal um die Reiseplanung muss ich mich wirklich kümmern. Ich sage zu, und freue mich.
Last days in Bangkok
Nachdem mein lieber Sandi von mir wieder schweren Herzens am Flughafen abgeliefert worden ist, brechen auch meine letzten Tage in Bangkok an.
Zum einen läuft meine Aufenthaltsgenehmigung am 26. März ab (je Einreise immer 30 Tage) zum anderen ist es einfach unerträglich heiß.
Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad schlauchen einen enorm, sobald man aus einem klimatisierten Gebäude tritt. Ich will irgendwohin wo es etwas kühler ist.
Damit fällt Laos schonmal aus. Denn auch ohne mich weiter damit zu befassen kann ich mir nicht vorstellen, dass es in Luang Prabang kälter sein soll als in Chiang Mai.
Für China benötige ich ein Visum und selbstredend habe ich mich NICHT darum gekümmert, eines zu beantragen. Zu teuer, zu umständlich, zu anstrengend, wahrscheinlich auch zu zeitintensiv (das Visum) und zu faul (ich).
Korea überlege ich mir kurz aber ziemlich schnell fällt meine Wahl sehr intuitiv auf Taiwan, das mir Ilse (eine Mitreisende - und Mitreißende) im Januar ans Herz gelegt hat.
Oft habe ich ein Bild im Kopf, bevor ich irgendwo hin will. Aber was Taiwan angeht ist das Kopfkino auf Sendepause. Ich kann mir unter der Insel absolut nichts vorstellen, es ist für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte.
Von Deutschland aus käme ich wahrscheinlich nicht auf die Idee, ausgerechnet dorthin zu wollen. Und wahrscheinlich ist es genau dieses "now or never" Gefühl, das mich nach Flügen suchen lässt. Nicht ganz billig, aber immerhin 4 Flugstunden nach Norden, also bestimmt moderat, was das Klima angeht.
Bevor ich buche, sehe ich mir in der Wetter App Taipeh an und werfe einen Blick auf die ersten 10 Seiten des Lonely Planet. Outdoorparadies steht da, und die Bilder sehen toll aus. 2 Stunden später klicke ich auf den "Book"-Button bei V-Air, der taiwanischen Version von RyanAir. Ganz schlau buche ich mir für den Hinflug 15kg und für den Rückflug 20kg Gepäck zu. Wer weiß, vielleicht gibt's in Taiwan Klangschalen....
Die letzten beiden Tage in Bangkok lasse ich es mir nochmal gutgehen. 1 Fußmassage pro Tag, kleine Sightseeingtour mit Michaela, Sundowner auf dem Hosteldach (- Chao Hostel in Siam, das geilste Hostel der Welt) erfolgreiche CalvinKlein-Goldbund Tour durch die Khao San, Abstecher ins Jim Thompson House (nebenan) und ein Besuch im bacc, dem "Bangkok Art & Culture Center".
Das ist ein kostenloses Museum mit Ausstellungen aller Art. Im 6. Stock wird gerade eine Installation aufgebaut, als ich vorbeilaufe. Ich werfe einen neugierigen Blick auf das geschäftige Treiben, und herausgestürmt kommt ein sichtlich gestresster Amerikaner, der mir sagt ich soll doch morgen Abend um 6 Uhr bitte wiederkommen, da wär Eröffnung.
Ist ja gut, denk ich, und ziehe weiter in den 7. Stock. Dort gibt's sehr interessante Kunstwerke, darunter ein riesiges Krokodil aus Holz, in das ich mich sofort verliebe. Auf dem Rückweg laufe ich dem gleichen Typ von Stockwerk 6 nochmal über den Weg, und komme mit ihm ins Gespräch.
Stellt sich raus - er ist der Künstler, und nicht wirklich davon überzeugt, dass alles rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird...
Nichtsdestotrotz führt er mich durch die unfertige Ausstellung und erzählt mir, was er mit seiner Kunst aussagen will. Und das ist wichtig, weil selbsterklärend sind seine Videoinstallationen nicht. Am nächsten Tag komme ich mit Yvonne und Peter wieder zurück um mich am Eröffnungsbuffet zu laben (kleine Becher mit Spaghetti Bolognese!) und werde tatsächlich ganz herzlich von dem Künstler (John - selbstverständlich sind wir per du...) begrüßt, der danach noch mit uns essen geht, weil es hier keine der üblichen After Partys gibt, was ihn etwas zu deprimieren scheint.
Das ist mein letzter Abend in Bangkok. Ich beschließe ihn mit einer allerletzten Fußmassage.
Zum einen läuft meine Aufenthaltsgenehmigung am 26. März ab (je Einreise immer 30 Tage) zum anderen ist es einfach unerträglich heiß.
Hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad schlauchen einen enorm, sobald man aus einem klimatisierten Gebäude tritt. Ich will irgendwohin wo es etwas kühler ist.
Damit fällt Laos schonmal aus. Denn auch ohne mich weiter damit zu befassen kann ich mir nicht vorstellen, dass es in Luang Prabang kälter sein soll als in Chiang Mai.
Für China benötige ich ein Visum und selbstredend habe ich mich NICHT darum gekümmert, eines zu beantragen. Zu teuer, zu umständlich, zu anstrengend, wahrscheinlich auch zu zeitintensiv (das Visum) und zu faul (ich).
Korea überlege ich mir kurz aber ziemlich schnell fällt meine Wahl sehr intuitiv auf Taiwan, das mir Ilse (eine Mitreisende - und Mitreißende) im Januar ans Herz gelegt hat.
Oft habe ich ein Bild im Kopf, bevor ich irgendwo hin will. Aber was Taiwan angeht ist das Kopfkino auf Sendepause. Ich kann mir unter der Insel absolut nichts vorstellen, es ist für mich ein dunkler Fleck auf der Landkarte.
Von Deutschland aus käme ich wahrscheinlich nicht auf die Idee, ausgerechnet dorthin zu wollen. Und wahrscheinlich ist es genau dieses "now or never" Gefühl, das mich nach Flügen suchen lässt. Nicht ganz billig, aber immerhin 4 Flugstunden nach Norden, also bestimmt moderat, was das Klima angeht.
Bevor ich buche, sehe ich mir in der Wetter App Taipeh an und werfe einen Blick auf die ersten 10 Seiten des Lonely Planet. Outdoorparadies steht da, und die Bilder sehen toll aus. 2 Stunden später klicke ich auf den "Book"-Button bei V-Air, der taiwanischen Version von RyanAir. Ganz schlau buche ich mir für den Hinflug 15kg und für den Rückflug 20kg Gepäck zu. Wer weiß, vielleicht gibt's in Taiwan Klangschalen....
Die letzten beiden Tage in Bangkok lasse ich es mir nochmal gutgehen. 1 Fußmassage pro Tag, kleine Sightseeingtour mit Michaela, Sundowner auf dem Hosteldach (- Chao Hostel in Siam, das geilste Hostel der Welt) erfolgreiche CalvinKlein-Goldbund Tour durch die Khao San, Abstecher ins Jim Thompson House (nebenan) und ein Besuch im bacc, dem "Bangkok Art & Culture Center".
Das ist ein kostenloses Museum mit Ausstellungen aller Art. Im 6. Stock wird gerade eine Installation aufgebaut, als ich vorbeilaufe. Ich werfe einen neugierigen Blick auf das geschäftige Treiben, und herausgestürmt kommt ein sichtlich gestresster Amerikaner, der mir sagt ich soll doch morgen Abend um 6 Uhr bitte wiederkommen, da wär Eröffnung.
Ist ja gut, denk ich, und ziehe weiter in den 7. Stock. Dort gibt's sehr interessante Kunstwerke, darunter ein riesiges Krokodil aus Holz, in das ich mich sofort verliebe. Auf dem Rückweg laufe ich dem gleichen Typ von Stockwerk 6 nochmal über den Weg, und komme mit ihm ins Gespräch.
Stellt sich raus - er ist der Künstler, und nicht wirklich davon überzeugt, dass alles rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird...
Nichtsdestotrotz führt er mich durch die unfertige Ausstellung und erzählt mir, was er mit seiner Kunst aussagen will. Und das ist wichtig, weil selbsterklärend sind seine Videoinstallationen nicht. Am nächsten Tag komme ich mit Yvonne und Peter wieder zurück um mich am Eröffnungsbuffet zu laben (kleine Becher mit Spaghetti Bolognese!) und werde tatsächlich ganz herzlich von dem Künstler (John - selbstverständlich sind wir per du...) begrüßt, der danach noch mit uns essen geht, weil es hier keine der üblichen After Partys gibt, was ihn etwas zu deprimieren scheint.
Das ist mein letzter Abend in Bangkok. Ich beschließe ihn mit einer allerletzten Fußmassage.
Etappe 4 - Berg, Wasserfall und Chiang Mai
Am letzten Tag wollten wir auf den Doi Inthanon, Thailands höchsten Berg.
Den wollten wir selbstredend nicht zu Fuß besteigen (dafür war ohnehin keine Zeit) aber der hatte ganz convenient eine geteerte Straße bis ganz zum Gipfel.
Kurz vorher geht es links in einen toll angelegten Garten mit 2 Stupas zu Ehren des Königs und der Königin. Weil wir verhältnismäßig früh dran waren, hielt es sich mit den Besuchern auch noch etwas in Grenzen.
Hier musste ich auch mal wieder meinen Freund beschützen, die thailändischen Männer stehen irgendwie auf den... Ob Sie Fotos mit uns machen dürfen, fragten uns 2 Militärpolizisten (wobei, eigentlich haben sie uns das eher befohlen), aber ich bin mir fast sicher, dass ich nicht auf dem Bild bin. Der Fokus lag ganz klar auf Muskeln und Testosteron.
Nach dem Park gings noch schnell auf den Gipfel zum Gipfelbild vorm Schild und dann den Berg wieder runter vorbei an einem kleinen Markt an dem wir uns mit gefühlt einem Kilo Erdbeeren gestärkt haben.
Auf dem weiteren Weg Richtung Chiang Mai lag noch ein Wasserfall, den wir fast ausgelassen hätten. Denn oft lohnt sich der Abstecher in den trockenen Monaten nur wenig, da meistens nur Rinnsale aus einem Berg raustropfen.
Man weiß nie so wirklich, was einen erwartet. Aber irgendwie hatten wir mit unserer Intuition mal wieder Glück. Nach einigem Suchen fanden wir den kleinen Weg versteckt hinter einem Häuschen und trafen bei Ankunft gerade so lange noch ein französisches Paar mit lokalem Guide, um 2 Stückchen Pomelo geschenkt, und den geheimen Weg hinter den Wasserfall erklärt zu bekommen.
Dann waren wir plötzlich allein. Allein in einem Traum aus blau und grün, mit Dschungel um uns herum. Das sind genau die Momente, die einen solchen Urlaub ausmachen. Und sie sind deswegen schön, weil man nicht mit ihnen rechnet.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Chiang Mai. Erwähnenswert ist eigentlich nur das Hotel, das wir ganz kühn am anderen Ende der Stadt gebucht haben - weil, man ist ja mobil.
Bei Ankunft sagt der freundliche Mann an der Rezeption "You booked the superior Double Room. (Jupp. Superior, baby. Man gönnt sich ja sonst nix. Und der einzige Grund dafür ist, dass der Zimmerpreis auf Agoda um 75%(!!) reduziert war). "I am sorry, superior room is fully booked." (Bitte was?!) "I will give you upgrade to Junior Suite." (Gut, ich vergebe dir, freundlicher Rezeptionist)
Unsere Suite (wie das klingt...) hatte gleich 2 Klimaanlagen, um die nötige Kühlleistung zu erzeugen, und in dem Zimmer konnte man sich regelrecht verlaufen.
Unklar ist mir zwar, wozu man eine Küche ohne Geschirr oder Besteck braucht (bringen das die noblen Herrschaften normalerweise selbst mit?) Aber Upgrade ist Upgrade. Da kühlt man schonmal das Zimmer auf 18 Grad runter, damit es kalt genug ist, um ein wärmendes Vollbad zu nehmen. Einfach weil mans KANN. Einen Tag später gings dann auch schon mit dem Flieger nach Bangkok, wo wir ebenfalls eine Suite gebucht haben (diesmal mit Whirlpool auf dem Dach). Downgraden ist halt wahrhaft schwieriger...
Den wollten wir selbstredend nicht zu Fuß besteigen (dafür war ohnehin keine Zeit) aber der hatte ganz convenient eine geteerte Straße bis ganz zum Gipfel.
Kurz vorher geht es links in einen toll angelegten Garten mit 2 Stupas zu Ehren des Königs und der Königin. Weil wir verhältnismäßig früh dran waren, hielt es sich mit den Besuchern auch noch etwas in Grenzen.
Hier musste ich auch mal wieder meinen Freund beschützen, die thailändischen Männer stehen irgendwie auf den... Ob Sie Fotos mit uns machen dürfen, fragten uns 2 Militärpolizisten (wobei, eigentlich haben sie uns das eher befohlen), aber ich bin mir fast sicher, dass ich nicht auf dem Bild bin. Der Fokus lag ganz klar auf Muskeln und Testosteron.
Nach dem Park gings noch schnell auf den Gipfel zum Gipfelbild vorm Schild und dann den Berg wieder runter vorbei an einem kleinen Markt an dem wir uns mit gefühlt einem Kilo Erdbeeren gestärkt haben.
Auf dem weiteren Weg Richtung Chiang Mai lag noch ein Wasserfall, den wir fast ausgelassen hätten. Denn oft lohnt sich der Abstecher in den trockenen Monaten nur wenig, da meistens nur Rinnsale aus einem Berg raustropfen.
Man weiß nie so wirklich, was einen erwartet. Aber irgendwie hatten wir mit unserer Intuition mal wieder Glück. Nach einigem Suchen fanden wir den kleinen Weg versteckt hinter einem Häuschen und trafen bei Ankunft gerade so lange noch ein französisches Paar mit lokalem Guide, um 2 Stückchen Pomelo geschenkt, und den geheimen Weg hinter den Wasserfall erklärt zu bekommen.
Dann waren wir plötzlich allein. Allein in einem Traum aus blau und grün, mit Dschungel um uns herum. Das sind genau die Momente, die einen solchen Urlaub ausmachen. Und sie sind deswegen schön, weil man nicht mit ihnen rechnet.
Dann ging es auch schon wieder zurück nach Chiang Mai. Erwähnenswert ist eigentlich nur das Hotel, das wir ganz kühn am anderen Ende der Stadt gebucht haben - weil, man ist ja mobil.
Bei Ankunft sagt der freundliche Mann an der Rezeption "You booked the superior Double Room. (Jupp. Superior, baby. Man gönnt sich ja sonst nix. Und der einzige Grund dafür ist, dass der Zimmerpreis auf Agoda um 75%(!!) reduziert war). "I am sorry, superior room is fully booked." (Bitte was?!) "I will give you upgrade to Junior Suite." (Gut, ich vergebe dir, freundlicher Rezeptionist)
Unsere Suite (wie das klingt...) hatte gleich 2 Klimaanlagen, um die nötige Kühlleistung zu erzeugen, und in dem Zimmer konnte man sich regelrecht verlaufen.
Unklar ist mir zwar, wozu man eine Küche ohne Geschirr oder Besteck braucht (bringen das die noblen Herrschaften normalerweise selbst mit?) Aber Upgrade ist Upgrade. Da kühlt man schonmal das Zimmer auf 18 Grad runter, damit es kalt genug ist, um ein wärmendes Vollbad zu nehmen. Einfach weil mans KANN. Einen Tag später gings dann auch schon mit dem Flieger nach Bangkok, wo wir ebenfalls eine Suite gebucht haben (diesmal mit Whirlpool auf dem Dach). Downgraden ist halt wahrhaft schwieriger...
Etappe 3 - Immer schön tanken
Am 3. Tag unseres Abenteuers schaffen wir es, früh aufzustehen und uns auf den Weg zu machen. Die Touristenattraktionen von Mae Hong Son lassen wir komplett aus.
Ein Tempel auf dem Berg liegt im Morgennebel, der Hot Spring ist für die frischen Morgenstunden ebenfalls zu abwegig. Also machen wir erstmal Strecke.
Ein Wasserfall und ein gigantisches Blumenfeld sind auf dem Weg ausgewiesen und den Umweg machen wir gerne.
Am Blumenfeld merken wir, dass wir die Blütezeit verpasst haben, aber das war uns eigentlich schon fast klar, da komplett Nordthailand im März eher dürr wirkt, der Wasserfall war dann ganz nett. Sagen kann man auf jeden Fall, dass er nicht überlaufen war. Weit und breit gab es außer uns keine Menschenseele. Bis auf den Herren am Eingang, der uns nichtsdestotrotz 100 Baht Eintritt abgenommen hat (ob sich das rechnet..?)
Als nächsten Halt wird Mae Chaem erkoren (das musste ich gerade nachgoogeln) und auf dem Weg dahin war das allerspektakulärste die Tankanzeige unseres Mopeds. Die ging nämlich beständig nach unten. Eine Tankfüllung reicht ca. 150km, hätte man uns mal gesagt.
Und so kommen wir zu den heiligen 2 Geboten des Mae Hong Son Loop:
1. Gebot: Fahre defensiv und achte auf Gegenverkehr.
2. Gebot: Sobald du eine Tankstelle siehst - so tanke.
Was ja ansich kein Problem ist. Einzig die spärliche Tankstellendichte in Thailands Norden macht Gebot 2 ... Etwas abenteuerlicher als es im ersten Moment klingt.
Und so fuhren wir, ein Auge auf Google Maps, die Käffer am Wegesrand abklappernd, das andere Auge auf der Tankanzeige. Ein Strich bei gerader Strecke, Berg rauf 2 Striche, aber meist nur kurz. Ein Nervenkitzel der anderen Art. Da kommt man dann auch mal auf die Idee, an ganz wahnwitzigen Benzintonnen zu tanken, wo der Tankwart des Vertrauens noch selbst kurbelt. Alles gemacht.
Schlussendlich haben wir aber eine richtige echte Tankstelle gefunden und konnten unseren Weg entspannt fortsetzen.
Kurz vor unserem Ort haben wir eine Art Naturschwimmbad am Wegesrand entdeckt. Mit Fressständen die den mit Abstand schärfsten Papayasalat verkauft haben und Bier so kalt, dass die Hände schmerzten.
Am Besten findet man als Deutscher Tourist aber immer noch, wenn man der einzige Ausländer ist. Check. Und dann hats nichtmal Eintritt gekostet! Da ist das Tatami gleich doppelt so gemütlich.
In Mae Chaem haben wir dann eine Bar ausgegraben die tatsächlich deutsches Bier verkauft hat! Der Besitzer hat für uns sogar die Soundanlage samt Lasershow angeschmissen und uns ein romantisches Kronkorkenkerzchen auf den Tisch gestellt.
So ging dann auch dieser Tag zu Ende. Unser Hotel trug den romantischen Namen Chadaporn. Was will man mehr?
Ein Tempel auf dem Berg liegt im Morgennebel, der Hot Spring ist für die frischen Morgenstunden ebenfalls zu abwegig. Also machen wir erstmal Strecke.
Ein Wasserfall und ein gigantisches Blumenfeld sind auf dem Weg ausgewiesen und den Umweg machen wir gerne.
Am Blumenfeld merken wir, dass wir die Blütezeit verpasst haben, aber das war uns eigentlich schon fast klar, da komplett Nordthailand im März eher dürr wirkt, der Wasserfall war dann ganz nett. Sagen kann man auf jeden Fall, dass er nicht überlaufen war. Weit und breit gab es außer uns keine Menschenseele. Bis auf den Herren am Eingang, der uns nichtsdestotrotz 100 Baht Eintritt abgenommen hat (ob sich das rechnet..?)
Als nächsten Halt wird Mae Chaem erkoren (das musste ich gerade nachgoogeln) und auf dem Weg dahin war das allerspektakulärste die Tankanzeige unseres Mopeds. Die ging nämlich beständig nach unten. Eine Tankfüllung reicht ca. 150km, hätte man uns mal gesagt.
Und so kommen wir zu den heiligen 2 Geboten des Mae Hong Son Loop:
1. Gebot: Fahre defensiv und achte auf Gegenverkehr.
2. Gebot: Sobald du eine Tankstelle siehst - so tanke.
Was ja ansich kein Problem ist. Einzig die spärliche Tankstellendichte in Thailands Norden macht Gebot 2 ... Etwas abenteuerlicher als es im ersten Moment klingt.
Und so fuhren wir, ein Auge auf Google Maps, die Käffer am Wegesrand abklappernd, das andere Auge auf der Tankanzeige. Ein Strich bei gerader Strecke, Berg rauf 2 Striche, aber meist nur kurz. Ein Nervenkitzel der anderen Art. Da kommt man dann auch mal auf die Idee, an ganz wahnwitzigen Benzintonnen zu tanken, wo der Tankwart des Vertrauens noch selbst kurbelt. Alles gemacht.
Schlussendlich haben wir aber eine richtige echte Tankstelle gefunden und konnten unseren Weg entspannt fortsetzen.
Kurz vor unserem Ort haben wir eine Art Naturschwimmbad am Wegesrand entdeckt. Mit Fressständen die den mit Abstand schärfsten Papayasalat verkauft haben und Bier so kalt, dass die Hände schmerzten.
Am Besten findet man als Deutscher Tourist aber immer noch, wenn man der einzige Ausländer ist. Check. Und dann hats nichtmal Eintritt gekostet! Da ist das Tatami gleich doppelt so gemütlich.
In Mae Chaem haben wir dann eine Bar ausgegraben die tatsächlich deutsches Bier verkauft hat! Der Besitzer hat für uns sogar die Soundanlage samt Lasershow angeschmissen und uns ein romantisches Kronkorkenkerzchen auf den Tisch gestellt.
So ging dann auch dieser Tag zu Ende. Unser Hotel trug den romantischen Namen Chadaporn. Was will man mehr?
Sonntag, 3. April 2016
Etappe 2 - Mae Hong Son
Am nächsten Morgen wollen wir früh los. Wir stellen uns den Wecker auf halb 8 - und verschlafen glorreich. Kurz nach 9 sitzen wir am Frühstückstisch.
Gleich am Ausgang von Pai soll es einen Hot Spring zum Baden geben, sagt uns die Besitzerin Loi nochmal, bevor sie uns einmal herzlich drückt und uns entlässt.
Um halb 11 sitzen wir wieder auf dem Motorrad. Und auch den Hot Spring machen wir ohne Probleme ausfindig. Er ist klein, liegt aber sehr hübsch mitten in der Natur und hat angenehme Badewannentemperatur. Wir testen gleich unsere Go Pro über und unter Wasser und befinden für gut. Als eine Schulklasse eintrifft, packen wir unser Zeug zusammen, kaufen eine Handvoll "Bang Bang" Schokoriegel und fahren wieder weiter.
Die Strecke ist wie angepriesen herrlich bergig und kurvig. Unterwegs kommen wir an einigen Aussichtspunkten und zum Glück auch an dem ein oder anderen Pad Thai Stand vorbei.
Nachmittags entdecken wir ein Schild. Mae Lana Cave - längste Höhle in Thailand steht drauf. Cool. Wir biegen ab und fahren in die Pampa, immer dem Schild hinterher.
Zum Glück haben wir ein Crossmoped, denn einige der Straßen sind mehr off- als onroad. So wirklich wissen wir nie ob wir richtig sind, Schilder sindvorhanden, aber spärlich, Hühner rennen über die Straße, Mini-Dörfchen zieren den Wegesrand und die Straßen haben wahnwitzige Steigungen. Irgendwann, nach Umfahren einer Straßensperre und 2 Dörfer weiter stehen wir vor einer Schranke mitten im Nirgendwo. Und tatsächlich ist daneben ein Häuschen und 2 Typen sitzen drin. Auf einem Schild steht: "Guide for Cave 300 Baht, no Guide no Cave, dangerous" Also gut. Welchen Cave wir machen wollen, werden wir gefragt. Diamond Cave ist billiger - no have water. Mae Lana - have water. Der Sand hätte gern Wasser.
Wir bekommen Gummischuhe und Stirnlampen ausgehändigt und sitzen wenig später wieder auf dem Moped und fahren unserem neuen Guide eine noch wahnwitzigere und steilere Strecke hinterher. Und um fair zu sein: den Eingang der Höhle hätten wir ohne Guide eh nicht gefunden. Es geht auf 2 Bambusbrettern über den Fluss, um die Ecke rum und eine Leiter runter. Kein Mensch würde sowas für den offiziellen Eingang einer Touristenattraktion halten. Aber wir sind die einzigen 3 Menschen, die sich hierher verlaufen haben. Unser Guide geht zielsicher voraus. Es ist stockfinster und man könnte sich sicher ohne Probleme verirren. Viel reden tut er nicht. Er ist da, damit wir hier rein und wieder rausfinden, aber seine Dienste sind nötig. Wir sehen riesige Tropfsteinformationen. Die Höhle ist an einigen Stellen gut und gerne 10 Meter hoch. Und tatsächlich: es gibt auch Wasser. Ein einigen Stellen ist es fast hüfttief. Der Guide sagt in der Regenzeit kann man hier garnicht rein. So waten und kraxeln wir fast 2 Stunden lang durch die Dunkelheit.
Fledermäuse sehen wir und auf dem Rückweg - eingekringelt und giftgrün - eine Schlange. Poison? Fragen wir. Der Guide nickt und lächelt. Wir machen ein Erinnerungsfoto.
Als wir aus der Höhle rauskommen dämmert es bereits. Wir haben noch ein bisschen Weg vor uns und Angst, dass unser Licht wieder schlapp machen könnte, daher geht's so schnell wie möglich nach Mae Hong Son.
Gleich am Ausgang von Pai soll es einen Hot Spring zum Baden geben, sagt uns die Besitzerin Loi nochmal, bevor sie uns einmal herzlich drückt und uns entlässt.
Um halb 11 sitzen wir wieder auf dem Motorrad. Und auch den Hot Spring machen wir ohne Probleme ausfindig. Er ist klein, liegt aber sehr hübsch mitten in der Natur und hat angenehme Badewannentemperatur. Wir testen gleich unsere Go Pro über und unter Wasser und befinden für gut. Als eine Schulklasse eintrifft, packen wir unser Zeug zusammen, kaufen eine Handvoll "Bang Bang" Schokoriegel und fahren wieder weiter.
Die Strecke ist wie angepriesen herrlich bergig und kurvig. Unterwegs kommen wir an einigen Aussichtspunkten und zum Glück auch an dem ein oder anderen Pad Thai Stand vorbei.
Nachmittags entdecken wir ein Schild. Mae Lana Cave - längste Höhle in Thailand steht drauf. Cool. Wir biegen ab und fahren in die Pampa, immer dem Schild hinterher.
Zum Glück haben wir ein Crossmoped, denn einige der Straßen sind mehr off- als onroad. So wirklich wissen wir nie ob wir richtig sind, Schilder sindvorhanden, aber spärlich, Hühner rennen über die Straße, Mini-Dörfchen zieren den Wegesrand und die Straßen haben wahnwitzige Steigungen. Irgendwann, nach Umfahren einer Straßensperre und 2 Dörfer weiter stehen wir vor einer Schranke mitten im Nirgendwo. Und tatsächlich ist daneben ein Häuschen und 2 Typen sitzen drin. Auf einem Schild steht: "Guide for Cave 300 Baht, no Guide no Cave, dangerous" Also gut. Welchen Cave wir machen wollen, werden wir gefragt. Diamond Cave ist billiger - no have water. Mae Lana - have water. Der Sand hätte gern Wasser.
Wir bekommen Gummischuhe und Stirnlampen ausgehändigt und sitzen wenig später wieder auf dem Moped und fahren unserem neuen Guide eine noch wahnwitzigere und steilere Strecke hinterher. Und um fair zu sein: den Eingang der Höhle hätten wir ohne Guide eh nicht gefunden. Es geht auf 2 Bambusbrettern über den Fluss, um die Ecke rum und eine Leiter runter. Kein Mensch würde sowas für den offiziellen Eingang einer Touristenattraktion halten. Aber wir sind die einzigen 3 Menschen, die sich hierher verlaufen haben. Unser Guide geht zielsicher voraus. Es ist stockfinster und man könnte sich sicher ohne Probleme verirren. Viel reden tut er nicht. Er ist da, damit wir hier rein und wieder rausfinden, aber seine Dienste sind nötig. Wir sehen riesige Tropfsteinformationen. Die Höhle ist an einigen Stellen gut und gerne 10 Meter hoch. Und tatsächlich: es gibt auch Wasser. Ein einigen Stellen ist es fast hüfttief. Der Guide sagt in der Regenzeit kann man hier garnicht rein. So waten und kraxeln wir fast 2 Stunden lang durch die Dunkelheit.
Fledermäuse sehen wir und auf dem Rückweg - eingekringelt und giftgrün - eine Schlange. Poison? Fragen wir. Der Guide nickt und lächelt. Wir machen ein Erinnerungsfoto.
Als wir aus der Höhle rauskommen dämmert es bereits. Wir haben noch ein bisschen Weg vor uns und Angst, dass unser Licht wieder schlapp machen könnte, daher geht's so schnell wie möglich nach Mae Hong Son.
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