Dienstag, 23. Februar 2016

Hsipaw - Trekking wie es keinen Spaß macht

Einmal mehr stelle ich fest: es kommt nicht darauf an, was man tut, sondern mit wem man es tut. Und dabei fing alles ganz gut an. Die Ankunft in Hsipaw - stressfrei, das Mr. Charles Hotel - fast schon zu gut organisiert. Dann das nette amerikanische Pärchen vom Zug in der Stadt wiedergetroffen, was mit denen gegessen. Die Wäsche zu nem vernünftigen Preis zum Waschen gegeben, und am Infoschalter des Hotels gleich für den nächsten Tag eine 3 Tages Trekking Tour zu den Minderheitendörfern gebucht. Zusammen mit 2 anderen, einem Pärchen das angeblich keins ist, das aber ebenfalls nett aussieht. Jorgen, der Norweger und Uschi, aus Holland. (Uschi heißt nicht wirklich Uschi, aber um ehrlich zu sein hab ich ihren Namen genauso vergessen wie sie meinen.) Weil wir nur zu dritt sind, ist die Tour teurer, aber so haben wir eine schön kleine Gruppe.
Der erste Tag ist ganz nett. Unser junger Guide gibt sein Bestes, erzählt uns, wie er sein Leben umgekrempelt hat, dass er noch vor 2 Jahren nur gesoffen und sein Geld verprasst hat, aber dann einen Lehrer gefunden hat, der ihn in einen Englischkurs gesteckt und ihm eine Stelle als Guide verschafft hat. Landschaftlich ist der Trek nicht sonderlich atemberaubend. Am ersten Tag geht es viel bergauf, die Umgebung wird dominiert von Staub. Was alles nicht so schlimm wäre, wenn sich meine 2 Mitreisenden nicht als Reise-gelegenheitspärchen entpuppen würde, das bis auf ein bisschen Smalltalk mit mir völlig auf sich fixiert ist und mich komplett links liegen lässt. So kommt es, dass ich 3 Tage lang und umgeben von Staub und Steppe absolut niemanden zum Reden habe. Bravo.
Uschi ist zudem krank und hat Husten, was unsere freundliche Gastfamilie dazu bringt, sämtliche Medizin und Hausmittelchen aus den Schränken zu kramen. So kommt es, dass mitten in der ersten Nacht die Mutti mit Taschenlampe an unserem Matratzenlager steht und Uschi liebevoll mit Diesel (ja, Diesel!!!) einreibt. Ein bisschen was auf die Zunge, ein bisschen was auf Hals und Bronchien. Das burmesische Wick VapoRub.
Tag 2 und 3 empfinde ich als noch ätzender. Und vielleicht tue ich der Landschaft um Hsipaw damit unrecht, vielleicht tue ich auch Jorgen und Uschi unrecht, die für sich genommen sicher 2 ganz liebenswürdige Personen sind. Aber die Gruppendynamik ist absolut unterirdisch. Und so mache ich so gut es geht mein eigenes Ding und bin mittelmäßig frustriert. Als wir am Ende unserer 3 Tage die erste (und einzig leckere) Shan Nudelsuppe essen, bin ich froh, dass der Spuk ein Ende hat.. Auch dass wir die heißen Quellen auslassen, stört mich dann nicht mehr. Ich will eigentlich nur noch weiter.

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