Dienstag, 23. Februar 2016

Kalaw - Trekking zum Inle Lake

Morgens um 4 erreicht der Bus ohne weitere Zwischenfälle Kalaw. Es ist schweinekalt. Ich steige aus und eine Spanierin hat anscheinend das gleiche Hotel gebucht wie ich. Wir checken zusammen ein, und obwohl ich einen halben Tag extra berappen muss (early check in) bin ich froh über mein Zimmer mit Dusche.
Beim Frühstück treffe ich sie wieder und komme außerdem mit einem netten älteren Pärchen ins Gespräch, das mir Pindaya empfiehlt, einen Ort, nur 35km entfernt, mit einer Tropfsteinhöhle, die insgesamt 9.000 Buddhastatuen in allen Größen und Materialien beherbergt. Da muss ich hin.
Ich treffe meine Spanierin wieder, die kein Englisch spricht, wie sich herausstellt, aber irgendwie sind wir uns sympathisch und machen uns auf den Weg zum Reisebüro, wo wir einen weiteren 3 Tages Trek buchen und außerdem eine nette Amerikanerin mit ihrem Sohn fragen, ob sie mit zur Höhle wollen. Die beiden kommen spontan mit, und so sitzen wir ne halbe Stunde später im eigens dafür gecharterten Taxi.
Und Pindaya ist wirklich beeindruckend. Von Privatmenschen oder Organisationen gestiftet, nimmt die Anzahl der Buddhas in der Höhle beständig zu. In jeder Ecke, an jedem Vorsprung, einfach überall stehen kleine, mittlere und große Buddhas.
Ebenso zeigt uns unser Taxifahrer eine kleine Schirmmanufaktur, in der aus der Rinde des Maulbeerbaumes Papier hergestellt, und zu kleinen Schirmen und Lampions verarbeitet wird.
Als wir am Abend unser Reisebüro anrufen ist unsere Trekkinggruppe bereits auf 7 Personen angewachsen, 2 Britinnen und 3 Kanadier kommen mit, sagt man uns.
Je mehr desto besser, denke ich.
Am nächsten Morgen stehen wir bereit. Wir haben uns davor noch kurz auf dem Wochenmarkt umgesehen und ein frittiertes Teilchen verdrückt, als wir unsere Gruppe kennenlernen. Ich komme sofort mit Jean ins Gespräch, der Englisch mit einem wunderbaren Hauch eines französischen Akzentes spricht, Buchverleger ist, und Julien, seinen Lebensgefährten aus Montreal mitgebracht hat. Dann wären da noch Marcus aus Hamilton (dass er den meistens nichtsahnenden Mitreisenden als Toronto verkauft mit dem Hinweis, man solle es bitte NICHT googeln), Becks und Lizzy aus England (Lizzy studiert arabisch und hat gerade 2 Jahre in Korea gelebt) und schließlich Laia und ich.
Die Chemie stimmt. Und obwohl auch hier Staub eine dominierende Komponente des Weges ist, finde ich diesen Trek super. Weil wir einen eigenen Koch haben ist das Essen lecker und abwechslungsreich. Unterwegs kommen wir an zahlreichen Bauern vorbei die mit vorzeitlichen Methoden und Gerätschaften Chili, Ingwer und Mais ernten, oder Knoblauch anbauen. Am Abend erreichen wir unseren ersten Homestay mit einem sehr kuscheligen Matratzenlager. Wir sehen eine Katze die ziemlich dick ist und beschließen, dass sie schwanger sein muss. Am nächsten Morgen erweist sich diese Vermutung als wahr, da 3 nasse, blinde, halbnackige Kätzchen neben unserer Katze liegen und diese zufrieden brummelt. Das schwarz-weiße Kätzchen, das etwas abseits liegt, taufen wir Lizzy, weil Lizzy es zurück an die Zitze der Mama legt. Und dann werden wir Zeuge einer weiteren Geburt und ein viertes Kätzchen erblickt das Licht der Welt. Süß. Ein bisschen eklig, aber im allgemeinen süß.
Auch die nächsten beiden Tage werden dominiert von guten Gesprächen, gutem Essen (Avocadosalat!!) und guter Stimmung. Dann werden wir noch in ein Boot gesetzt und erreichen am 3. Tag Nyaung Shwe am Inle Lake, touristisch, aber mit einer Essensvielfalt, die seinesgleichen sucht.

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