Irgendwann lernt man sie während der Reise zu schätzen. Die kleinen Dinge.
Jetzt versuche ich ja schon seit jeher, den Spagat zwischen Luxus und Budgetunterkunft zu schaffen, was meistens darauf hinausläuft, dass ein Zimmer einfach sauber sein sollte, und möglichst keine Besucher mit mehr als 2 Beinen aufweist.
Wirklich sauber fühlt man sich derweil meist in keinem tropischen Land. Kaum geduscht und frisch duftend ist man entweder gezwungen sich ausgiebig mit Sonnencreme (tagsüber) oder Mückenspray (nachts) einzureiben und das Ergebnis ist dass man wieder schmierig und klebrig ist.
Daran gewöhnt man sich. Und im Idealfall tut man es schnell, weil es daran einfach nichts zu rütteln gibt. Ist man am Meer, dann ist zudem Sand ein ziemlich hartnäckiger Begleiter. Zwischen den Zehen und auf dem Fußboden knarzt und knirscht es. Die Omnipräsenz von Salzwasser lässt zudem alles was man am Körper oder bei sich trägt immer leicht feucht und klamm wirken. Willkommen in den Tropen.
Umso mehr freut man sich über die kleinen feinen Unterschiede. So wie ich mich gerade über ein echt flauschiges Handtuch aus richtigem Frottee (eine Woche, und ich kann Mikrofaser echt nicht mehr sehen! - ja, das Gewicht ist mir scheißegal! Baumwollfrottee ist einfach unfassbar geil und macht noch dazu so schön trocken)
Warmwasser und Klimaanlagen gehören indes nicht zu dem Luxus, den ich mir leiste. Braucht bei 30 Grad aber auch wirklich kein Mensch. Ein Ventilator ist allemal Pflicht.
Heute bin ich mit meiner Wahl in Koh Phangan zumindest sehr zufrieden. Man kann darüber streiten, ob 15€ die Nacht teuer sind, aber mein Gott, ich hab nen Strandbungalow für mich alleine, und ich hab sogar ganz alleine hier hergefunden, indem ich mir gleich am Pier einen Roller gemietet habe. Richtig unabhängig bin ich schon.
Das RICHTIGE Reisefeeling lässt indes noch auf sich warten. Damit meine ich die Entspanntheit, die sich irgendwann hoffentlich noch einstellt. Derzeit fällt es mir noch ein bisschen schwer, die Magie des Augenblicks zu genießen. Ich bin noch gehetzt, noch nicht so richtig runtergekommen.
Sitze ich am Strand und lese ein Buch (derzeit Haruki Murakami 1Q84 - Band 3, nein ich habe erst nicht gesehen, dass es Band 3 ist und selbstverständlich habe ich Band 1 und 2 nicht gelesen) dann kommt mir die Zeit fast vertan vor weil ich nicht das türkisblaue Wasser ansehe. Kuck ich hingegen das Meer an, habe ich das Gefühl nichts zu tun. Und so spring ich von einem zum anderen.
Was genau das richtige wäre, wenn ich alles aus dem Wunsch heraus täte, jetzt genau das Meer betrachten zu wollen. Aber es ist noch nicht ganz das Schwelgen im Augenblick, sondern vielmehr ein Fluchtversuch aus einer Tätigkeit, die nicht angemessen oder gut genug erscheint. Es ist dieser Stress, alles bis zum letzten Prozentpunkt auskosten zu wollen, und es genau deswegen nicht zu tun. Versteht ihr was ich damit meine?
Es ist aber definitiv ein 1st world problem... Keine Frage. Und der Flow wird sich schon noch einstellen.
Heute morgen hab ich beim Schnorcheln übrigens nen kleinen Hai gesehen. Mehr ist nicht passiert...
Mach dir keinen Kopf. Das Gefühl wird sich schon noch einstellen. Versuch einfach die Zeit zu genießen... der Alltagsstress kommt viel schneller als gedacht. ;)
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