Heute geht's also weiter nach Phetchaburi. Entgegen dem ursprünglichen Plan, einen Nachtzug zu nehmen und den Tag über noch in Khao Sok auf der Veranda zu chillen, hab ich mich nun doch für die tagsüber Variante entschieden.
Heißt um 7 morgens aufstehen, Minivan in die Stadt und um 10 den Zug nehmen.
Gesagt getan. Für Frühstück blieb da allerdings keine Zeit, so dass ich kurzerhand in der Umgebung des Bahnhofs nach Essbarem gesucht hab.
Nach 10 Gehminuten werde ich fündig. Ein Straßenstand mit gebratenem Schweinefleisch auf Reis. Mit sehr netten Menschen, die mir extra den Tisch abgewischt und einen Schattenplatz freigemacht haben.
Um mich herum laufen glückliche Hühner, die irgendwann mal als glückliche Fleischbeilage auf dem Teller anderer glücklicher Vorbeireisender landen werden.
Der Mann nimmt einen Edelstahlbecher, schaufelt damit einmal beherzt in den mit Eis gefüllten Styroporbottich, versieht ihn mit einem Strohhalm und stellt ihn mir hin. Auf dem Tisch steht eine Plastikkanne mit Wasser von dem Sauberkeitsgrad den man zuhause mit Gummihandschuhen anfassen würde.
Ich schenke mir daraus ein und nehme einen großen Schluck.
Nach 2 Wochen wird man mutig. Das bisschen unterbrochene Kühlkette? Pah!
Das Schwein auf Reis schmeckt lecker. Sicher war es auch einmal sehr glücklich und konnte sich nach Belieben im Dreck suhlen.
Zum Dessert genehmige ich mir gebratene Bananen in Kokosmilch. Für den schlanken Fuß. Aber weiß jemand, was diese kleinen schwarzen Gewürzkügelchen sind, die man hier in gebratenen Bananen findet? Sie kommen so oft vor, dass es sich nicht um zufällig ins Essen geratene blinde Passagiere handeln kann. Sie sehen aus wie etwas groß geratene schwarze Pfefferkörner. Aber sie schmecken nach Nichts. Ich hab sie wieder ausgespuckt, weil ich nix mit Ihnen anfangen konnte, aber neugierig wär ich schon...
Mittlerweile sitz ich pappsatt im Zug. Er ist angenehm klimatisiert aber nicht unterkühlt.
Ganz heimlich hab ich vorhin dann doch in meinen Rucksack gegriffen und meinen kleinen feinen Flachmann rausgeholt.
Wie resistent mein Magen auch sein mag. Mit einem kräftigen Schluck Blutwurz ist er sicher noch ein bisschen widerstandsfähiger.
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