Samstag, 16. Januar 2016

Ich machs mit - ist einfach sicherer

Also vorgestern kam ich auf die wagemutige Idee, es ohne zu machen. Wird schon nix passieren, dachte ich mir. Aber die Entscheidung hab ich schon währenddessen bereut. Solange man unten ist, ist das auch überhaupt kein Problem. Aber irgendwann ist die Flasche leer, man kommt ausm Wasser und muss die Zeit bis zum zweiten Tauchgang auf dem Boot überbrücken. Und dann kommt dieses flaue Gefühl in der Magengegend. Da hilft dann nur, den toten Punkt zu suchen (quasi die Achse zu suchen an dem das Boot am wenigsten schaukelt) und zu hoffen dass die Nullzeit möglichst schnell vorbeigeht und man wieder ins Wasser kann.
Deswegen quäl ich mich ab jetzt nicht mehr und schmeiß sicherheitshalber vor jedem Gang auf See ein kleines gelbes Scheißegalpillchen ein. Auch wenn andere das ohne können, ich muss ja niemandem etwas beweisen und wenn alle vollgekotzt sind, hat ja schließlich auch niemand was davon. Das Bootfahren ist auch das, was tauchen zu einer großen Hassliebe macht.
Unter Wasser ist alles super. Solange die Ohren beim Druckausgleich keine Probleme machen, erschließt sich eine komplett neue, schwerelose Welt. Da gibt's den Triggerfisch, der ein Hörnchen aufbläst sobald man ihn ärgert, die kleinen schwarzen Fischschwärme, die sich in der Nähe von Korallen aufhalten und sich in ihnen verstecken, sobald Gefahr lauert, blaugepunktete Rochen, die sich bevorzugt unter Steinen aufhalten und noch zuletzt die Guppies (so hießen die glaub ich) die immer einen blinden Partnershrimp zur Seite haben, den Sie vor Gefahren warnen, wofür sie im Gegenzug in seine Höhle mit einziehen dürfen. Beim Atmen unter Wasser muss ich als alter Star Wars Fan zudem unweigerlich an Darth Vader denken, was ich cool finde und ein bisschen Macht hat schließlich noch keinem geschadet.
Aber diese Drecks-Boote halt... Bäh. Irgendwann fängt man an sich so Fragen zu stellen, wie: "Kann man unter Wasser eigentlich kotzen?"
Und grad sitz ich wieder auf so einer wundervollen Fähre nach Koh Phangan. Es schaukelt, es stinkt nach Diesel, dazu ist es schweinekalt und hätte ich mein Tablettchen nich vorbildlich geschluckt, ich hätt schon längst in den Gang gespien.

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